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Garath
Zukunft des Hildegardisheims ungewiss

Garath. Das Zukunftskonzept "Garath 2.0" soll den Stadtteil attraktiver machen. Da das OB-Projekt Priorität hat, üben sich Caritas und evangelische Kirchengemeinde in Stillhaltetaktik. Die Hoffnungskirche ist immer noch nicht verkauft. Von Birgit Wanninger

Soll die Bezirksverwaltungsstelle an der Frankfurter Straße in das Hildegardisheim umziehen, wie es in einem Papier, das momentan im Stadtteil die Runde macht, vorgeschlagen wird? Bezirksverwaltungschef Uwe Sandt, zuständig für Garath und Hellerhof, kann darüber nur lächeln. "Von einem Umzug ist mir nichts bekannt", sagt er. Oberbürgermeister Thomas Geisel will den südlichen Stadtteil mit seinem Zukunftsprojekt "Garath 2.0" fördern. Damit soll das Leben, Arbeiten und die Wirtschaft langfristig verbessert werden - ebenso wie das Image des Stadtteils.

In dem ominösen 16-seitigen Papier ist von dem OB-Projekt keine Rede. Vielmehr heißt es darin, dass nicht nur die Bezirksverwaltungsstelle mit ihren drei Büros im Hildegardisheim unterzubringen sei, sondern auch der Bezirkssozialdienst, ein Bürgerhaus, die Polizei und der Ordnungsdienst. Platz genug sei in dem Pflegeheim schließlich vorhanden.

Offenbar handelt es sich um eine Power-Point-Präsentation, die irgendwann einmal gehalten werden sollte. Aber das Papier ist nicht aktuell, denn die Ämterbezeichnung für den Stadtbezirk 10 ist noch alt, früher hieß sie 01/16. Mit dem Amtsantritt von OB Geisel wurden die Ämter neu zugeschnitten und die Bezirksverwaltungsstelle firmiert als Organisationseinheit unter 01/18 - und das seit gut einem Jahr.

Noch sind im Hildegardisheim, das die Caritas führt, Alte und Pflegebedürftige untergebracht. Doch das Altenwohnheim entspricht nicht den neuen Richtlinien und kann nur noch bis zum 31. Juli 2018 in seiner jetzigen Form als Seniorenunterkunft genutzt werden.

Weil das Hildegardisheim nicht von Zweibett- in Einbettzimmer umgebaut werden kann, zeigte schon vor mehr zwei Jahren die Caritas Interesse am Kauf der evangelischen Hoffnungskirche und den zugehörigen Gebäuden. Zwar gibt es einen so genannten Kaufvorvertrag. Doch passiert ist nichts. Kein Vertrag ist notariell unterschrieben.

Und die Caritas bemüht sich auch nicht, obwohl die Zeit drängt. "Wir haben seit Längeren mit der Caritas keinen Kontakt mehr", sagt Wolfgang Paniczek von der evangelischen Kirchengemeinde Garath, die immer noch Besitzer der Hoffnungskirche ist.

Will die Caritas überhaupt noch den Hoffnungskirchen-Komplex? Momentan herrscht Stillhaltetaktik. Insider glauben, das Ganze habe mit "Garath 2.0" zu tun. Sie mutmaßen, dass die Caritas die Hoffnungskirche gar nicht mehr kaufen will und schlicht abwartet, was mit "Garath 2.0" passiert. Der Umzug eines Altenheims von A nach B passt da nicht ins Konzept - zumal der OB Garath verjüngen will. Die Konsequenz bei der Caritas sei es wohl, den Garather Standort aufzugeben, befürchten einige Stadtteilpolitiker. Denn einen Plan B, also wenn die Caritas nicht die Hoffnungskirche kauft, abreißt und neu baut, gebe es nicht. Das hat ein Vertreter der Caritas in der Sitzung der Bezirksvertretung 10 im September vergangenen Jahres deutlich gemacht. "Für den Fall, dass ein Umbau der Hoffnungskirche nicht zeitgerecht erfolgt, würden die Patienten des Hildegardisheims in anderen Einrichtungen der Caritas untergebracht", sagte er. So steht es im Protokoll. Schon damals war eine gewisse Sorglosigkeit spürbar.

Bei einem ersten Treffen für "2.0" haben verschiedene Arbeitsgruppen schon Ideen gesammelt. Bürger sollen in so genannten Treppenhaus-Gesprächen von dem von der Stadt beauftragten Planungsbüro intensiv befragt werden. Hinzu kommt die mehrjährige Erfahrung von Politik, Stadtverwaltung, Institutionen und Vereinen. Das Bürgerprojekt des OB hat eindeutig Priorität "Die Idee eines Bezirksrathauses würde zu viele Mittel an einer Stelle binden, die man eher an vielen Stellen braucht", heißt es auch aus OB-Kreisen.

Quelle: RP
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