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Gerresheim
Anwohner am Gerricusplatz sollen geschützt werden

Gerresheim. Die Poller wurden abmontiert. Der Linke Wolfram Müller-Gehl will erreichen, dass das Durchfahrtsverbot trotzdem eingehalten wird.

Die Verwaltung hat schnell reagiert. Kurz nach der Beschlussfassung in der Bezirksvertretung 7 wurden die Poller vor dem Haus Alter Markt 7 in Gerresheim nach einer Probephase abmontiert. Das Stadtteilparlament hatte das mit knapper Mehrheit so festgelegt. Was den Linken Wolfram Müller-Gehl dabei ärgert, ist der scheinbar vergessene Grund, warum die Poller überhaupt installiert wurden: Im Zuge der Umgestaltung des Zentrums sei auch der "Denkmalbereich Gerricusplatz" neu definiert worden. Die Fahrbahn um den Platz habe das heutige Kopfsteinpflaster erhalten. Im Gegenzug sei den Bewohnern eine Verkehrsberuhigung versprochen worden - alles im Bebauungsplan festgehalten. Dementsprechend stehe an der Einfahrt Gerricusplatz das Verkehrszeichen "Verbot für Fahrzeuge aller Art - Anlieger frei". Heißt: Hier darf keiner fahren, außer er steuert eines der Häuser am Gerricusplatz an. "So die Theorie. Aber Verkehr ist wie Wasser, er fließt immer dort, wo er am wenigsten Widerstand findet", sagt Müller-Gehl.

Die stark belastete Route über Dreher-, Märkische und Schönaustraße um das Zentrum herum habe zu einem erheblichen Schleichverkehr über den Gerricusplatz zum Steinweg geführt. Die Folge: Lärm und Abgase, laut Anwohner des Gerricusplatzes hätten sogar die Kaffeetassen in den alten Fachwerkhäusern geklirrt. Da das Verbot nicht überwacht worden sei, hätte mancher Autofahrer die Abkürzung gewählt. Um den Anwohnern die versprochene Schonung zu bringen, sollten die Poller am Alten Markt 7 den Schleichverkehr stoppen. Das sei teilweise gelungen, andere Autofahrer hätten jedoch noch den Alten Markt umrundet, um den Steinweg zu erreichen.

Eine Bürgerbefragung wurde durchgeführt, doch die hatte nach Ansicht von Müller-Gehl einen entscheidenden Nachteil gehabt: "Jeder konnte teilnehmen, so dass die von dem Durchfahrtsverbot geschützten Interessen der Anwohner des Gerricusplatzes in die Minderheit gerieten."

Im Interesse der Anwohner habe er daher für die Januarsitzung der Bezirksvertretung 7 die Anfrage an die Verwaltung gerichtet, ob und welche Verkehrsregelung als Ergänzung des Durchfahrtsverbots am Gerricusplatz dem "verbrieften Recht der Anwohner" Geltung verschaffen könnten. "Die alten Verhältnisse am Gerricusplatz sollen nicht wieder einziehen", fordert Müller-Gehl.

(arc)
 
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