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Gerresheim
Das etwas andere Café

Gerresheim: Das etwas andere Café
Elke Rosenbaum-König und Sohn Markus Rosenbaum haben das Café Matilda übernommen. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Gerresheim. Mutter und Sohn haben das Café Matilda in einer kleinen Seitenstraße in Gerresheim übernommen: Markus Rosenbaum, eigentlich DJ, und Elke Rosenbaum-König setzen ganz auf Produkte der umliegenden Geschäfte. Von Marc Ingel

Überall begegnet dem Besucher im Café Matilda das Herz: an der Wand, auf der Karte, im Milchschaum des Cappuccino. Für die Herzlichkeit und Wohlfühlatmosphäre ist vor allem Elke Rosenbaum-König zu++++++ständig. Sohn Markus Rosenbaum ist eher der kühle Rechner und Tüftler im Hintergrund - was keineswegs heißt, dass der 41-Jährige nicht ebenso mit ausgesuchter Freundlichkeit in dem kleinen Gastronomiebetrieb an der Regenbergastraße die Gäste bedient und seiner Mutter tatkräftig zur Hand geht.

Und Gäste gibt es nicht gerade wenige, ganz unterschiedliche Menschen - Mütter, Seniorinnen, Künstler, Jugendliche, Stammgäste und zufällig vorbeikommende Passanten. Sie gönnen sich hier eine Pause vom Baustellenlärm der nahen Benderstraße. Vor drei Monaten hat die ungewöhnliche familiäre Allianz das Ruder im Café Matilda übernommen, das Konzept runderneuert. Mit Freischalten der Internetseite in der vergangenen Woche endete die Eingewöhnungsphase, "jetzt wird getrommelt", sagt Markus Rosenbaum.

Wie die berühmte Jungfrau zum Kinde seien Mutter und Sohn im Vorjahr auf die Idee gekommen, gemeinsam ein Café zu betreiben. "Ein Nachbar hat uns erzählt, dass ein Nachmieter für das Matilda gesucht werde. Wir haben uns kurz beraten, aber die Entscheidung war für uns als waschechte Gerresheimer schnell gefallen. Wir haben das Lokal samt Inventar übernommen", blickt Rosenbaum zurück. Der Quereinsteiger mit BWL-Abschluss hat bereits bei Microsoft gearbeitet, sich inzwischen aber als DJ in der Szene einen Namen gemacht, "für das Café bleibt dennoch genug Zeit. Ich kümmere mich vorwiegend um Buchhaltung, Einkauf, Marketing und den Internetauftritt. Unsere Kompetenzen ergänzen sich." Mutter und Sohn haben eine GbR gegründet, die als Betreiber des Cafés fungiert.

Der frühere Verkauf von Taschen und Schmuck im hinteren Bereich des Lokals wurde durch eine rege genutzte Kinderecke - der nahe Wasserspielplatz in Gerresheim macht sich hier bezahlt - ersetzt. Oft zieht sich auch Markus Rosenbaum mit dem Laptop dahin zurück. Gleichzeitig haben sich die Rosenbaums eine Ausschanklizenz für Alkohol besorgt, so dass die Gäste sich zum Feierabend - das Café hat nur tagsüber, dafür aber an sieben Tagen die Woche geöffnet - auch mal einen prickelnden Prosecco oder ein eiskaltes Schlüssel Alt gönnen können. Und: Mutter und Sohn beweisen Lokalpatriotismus, vom Frühstück über Snacks bis zum wechselnden Mittagstisch wird fast alles von Partnern aus der näheren Umgebung bezogen.

Die Wurst- und Fleischwaren kommen von der Metzgerei Friedel Meyer gleich um die Ecke. Inhaber Dirk Willems ist Partner des Natur-Verbundes, der die natürliche Fleischerzeugung unterstützt. Das heißt: Die Fleisch- und Wurstwaren kommen aus tiergerechter Haltung von Bauern aus der Region. Brötchen und Brot stammen von der Gerresheimer Bäckerei Schrage, die Eier vom Trotzhof. Die Blumenbinder von der Benderstraße liefern die Tischdeko. Nur für die Kuchen- und Tortenspezialitäten muss zum Kucheneck in Friedrichstadt etwas weiter gefahren werden.

Die Rosenbaums haben zudem damit begonnen, den Laden bei kleinen Lesungen oder Konzerten mal länger aufzulassen. Vergangene Woche erst waren Klaus Grabenhorst und Peter Westheiden mit einem Gitarren-unterstützten Lesetheater im Café Matilda, der nächste Termin für August steht schon. Prinzipiell ist das Gespann zufrieden mit den ersten drei Monaten, "auch wenn man nie voraussagen kann, wann es brummt", erklärt Frührentnerin Elke Rosenbaum-König, die keine Lust hatte, nach ihrem Angestelltendasein mit 62 Jahren die Füße hochzulegen. Einziges Problem für die Neu-Gastronomen sei die Benderstraßen-Baustelle, erzählt die Café-Betreiberin: "Da wird uns schon mal urplötzlich das Wasser abgestellt und wir müssen die Gäste nach Hause schicken, weil wir keinen Kaffee machen können."

Quelle: RP
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