Gerresheim

Die Kunst Kenias im Kulturbahnhof

Wim Dohrenbusch stellte seine Sammlung mit Werken afrikanischer Künstler für die Ausstellung in Gerresheim zur Verfügung. Viele der Bilder stammen von Mary Ogembo. FOTO: Hans-Jürgen Bauer

Gerresheim. Sechs Jahre lebte der ARD-Korrespondent Wim Dohrenbusch in Nairobi. Dort lernte er, die afrikanische Kunst zu lieben. Er sammelte Gemälde, die nun in Gerresheim zu sehen sind. Im Mittelpunkt stehen die Werke von Mary Ogembo.

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Der Weg ist abenteuerlich, auf dem die Bilder von Kenia zur Ausstellung unter dem Titel "Mary Ogembo - Painting Kenia" in den Gerresheimer Kulturbahnhof gelangt sind. "Ich habe sie mitten auf der Straße oder in kleinen Dorfhütten gekauft und teilweise von Künstlern erworben, die ihre Werke in die Büsche am Straßenrand gehängt hatten", berichtet Wim Dohrenbusch, aus dessen Sammlung die Kunstwerke stammen. Sechs Jahre lebte der 62-Jährige als ARD-Hörfunk-Korrespondent mit seiner Familie in Nairobi. Er begeisterte sich für die Menschen, ihre Lebensart und ihre Kunst - und begann mit dem Sammeln von Gemälden.

Als er 2009 seine Zelte in Ostafrika abbrach und gemeinsam mit seiner Familie wieder in sein zwischenzeitlich vermietetes Haus in Unterbach zurückkehrte, brachte er die Bilder mit. Einen Teil seiner Sammlung präsentiert er nun in dem denkmalgeschützten Bahnhof und bietet den Kunstinteressierten damit einen seltenen Einblick in die aktuelle Kunst Kenias.

"Sie kommt von unten, aus den Slums heraus, sie ist das Abbild des Alltagslebens", sagt Dohrenbusch. "Mit den Ansichten möchte ich Respekt für die Kenianer vermitteln." Zurück in Deutschland hilft Dohrenbusch der eher zufällige Kontakt zu Carsten Reinhold Schulz, dass er der Öffentlichkeit seine Bilder fast unmittelbar vor seiner Haustür zeigen kann. Der Kurator und Leiter des Kulturbahnhofes war sofort begeistert von der Idee. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Bilder von Mary Ogembo, die für die Ausstellungseröffnung extra aus Kenia anreiste.

Die Arbeiten der 45-Jährigen sind inspiriert vom Blick auf die afrikanische Frau. Mary Ogembo zeigt die Schönheit ihrer Landsleute - und ihr tägliches Ringen im Alltagsleben. Die Malerin stellt ihre Figuren meist überspitzt dar, was den erdfarbenen Bildern den Anstrich von naiver Malerei gibt. Die gebürtige Kenianerin träumt von den Vereinigten Staaten von Afrika ohne Grenzen. "Wir sollten alles tun für eine Welt ohne Kriege, in denen unschuldige Menschen sterben", sagt sie.

In ihren Bildern sind ihre Träume durch die abgebildeten Frauen dargestellt. Sie verewigt jene afrikanischen Frauen, die früh verheiratet werden, für die Bildung nicht vorgesehen ist und die von den Eltern gegen Waren oder Tiere eingetauscht werden. "Ich möchte, dass die ganze Welt erkennt, wie stark Frauen sind", sagt sie. Ogembo begann Anfang der 90er Jahre ihre Karriere, sie arbeitet seitdem als freischaffende Künstlerin zumeist in Nairobi. 2005 gewann sie den Commonwealth-Kunstpreis, der ihr gestattete, ein halbes Jahr in Ghana an der Universität zu arbeiten.

Zur Eröffnung der Ausstellung sprach ihr Veye Wirngo Tatah aus der Seele. Die Journalistin aus Kamerun forderte in ihrem launischen Vortrag die Zuhörer auf, afrikanische Länder positiv zu sehen. Und sie schloss mit dem Satz: "Die Zukunft Afrikas ist weiblich!"

Quelle: RP

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