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Gerresheim
DSC-Lacrosser ins Nationalteam berufen

Gerresheim. Für Lenny Nöring aus Gerresheim geht ein Traum in Erfüllung: Der 17-Jährige darf mit der deutschen Auswahl an der U19-Weltmeisterschaft in Kanada teilnehmen. Von Falk Janning

Wenn Lenny Nöring über Lacrosse spricht, dann schwingt in seiner Stimme immer besonders viel Enthusiasmus mit. Die ganze Leidenschaft des 17-jährigen Schülers des Marie-Currie-Gymnasiums ist Sport - und seit einigen Jahren im Besonderen das schnelle Spiel der Indianer. Bald geht für ihn ein Traum in Erfüllung, denn er ist in den Kader der U19-Nationalmannschaft berufen worden, die bald für fünf Wochen zur Lacrosse-Weltmeisterschaft fährt. Am 30. Juni geht es mit dem Flieger gen Vancouver. "Ich bin schon ziemlich aufgeregt, habe großen Respekt vor dem hohen Niveau", sagt Lenny Nöring, der mit Deutschland zu den Außenseitern zählt. Favoriten auf den WM-Titel sind die USA, Kanada und die Irokesen, die mit einer eigenen Mannschaft antreten werden.

Gegen die stärksten Spieler der Welt anzutreten, wird für den Zwölftklässler aus dem Stadtteil Gerresheim eine neue Erfahrung und ganz besondere Herausforderung. Am kommenden Wochenende tritt er mit der Nationalmannschaft bei den Berlin-Open an und bekommt es dort schon einmal testweise mit sehr starken Gegnern zu tun.

Lenny Nöring ist ein Senkrechtstarter in seiner Sportart. Erst vor fünf Jahren hatte er beim TuS Gerresheim mit Lacrosse begonnen und sich seitdem zu einem der hoffnungsvollsten Talente in Deutschland entwickelt. Begonnen hatte er beim TuS mit Handball. Dann kam irgendwann Lacrosse dazu. Jahrelang betrieb er beide Sportarten gleichzeitig. Doch kürzlich hat er sich vom Handball spielen verabschieden müssen. "Es ist einfach keine Zeit mehr dafür vorhanden", sagt der frischgebackene Nationalspieler, der nicht nur ehrgeizig, sondern zudem auch sehr diszipliniert ist.

13 Trainingseinheiten hat er wöchentlich auf seinem Plan stehen: drei Waldläufe, vier Besuche eines Fitnessstudios, zwei Übungseinheiten mit den DSC 99-Lacrossern sowie vier ganz spezielle Übungseinheiten mit dem Lacrosse-Spielgerät. "Dabei hämmere ich den Ball immer wieder stumpf an eine Betonwand einer Tiefgarage bei mir zu Hause. Wer mich sieht, der findet das sicherlich ziemlich schräg, aber diese Übungseinheit ist sehr wichtig für mich."

Dass Lenny Nöring in den Nationalkader berufen wurde, ist kein Zufall, das hat er sich hart erarbeitet. In mehreren Auswahlcamps überall in Deutschland musste er sich gegen gleichaltrige Konkurrenten durchsetzen. Schließlich gehörte er zu den 23 Auserwählten - ursprünglich waren es 42 Kandidaten, die um die Plätze kämpften. Beim Trainingsspielchen wird rasch die besondere Begabung und Stärke des Mittelfeldspielers deutlich: Der gebürtige Gerresheimer kann sich auf Grund seiner außergewöhnlichen Schnelligkeit und seiner körperlichen Robustheit gut in den Zweikämpfen durchsetzen.

Die Faszination? "Die Schnelligkeit in Verbindung mit der Strategie", sagt der Schüler, der mit den DSC-Herren in der jüngsten Bundesliga-Saison Vierter wurde. "Ich finde es zudem großartig, wie die Teammitglieder zusammenhalten und wie in Gerresheim etwas Neues entsteht und immer größer wird. Lacrosse boomt ohne Ende." Sein großer Traum ist es, später mal für ein College-Team in den USA Lacrosse zu spielen. Doch zunächst muss er im nächsten Jahr am Marie-Curie-Gymnasium sein Abitur bestehen.

Die Gerresheimer Schule unterstützt das Lacrosse-Talent wo es geht. Für seine Fahrt nach Berlin bekommt er einen Tag frei, für die Kanada-Reise darf er zwei Wochen lang bis zu den Sommerferien fehlen. Auch finanzielle Hilfe bekommt er: Sowohl dem Verein als auch der Stadt stehen Fördertöpfe zur Verfügung, aus denen sie einen Großteil der Kosten für die Reise übernehmen.

Quelle: RP
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