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Gerresheim
Ein Zeichen gegen das Vergessen am Alten Markt

Gerresheim. Der Bürger- und Heimatverein Gerresheim lädt zu einem öffentlichen Gedenken an den Wehrmachtssoldaten Josef Funk ein, der am 10. März 1945 in seiner Wohnung im Haus Alter Markt 5 in Gerresheim von einer Heeresstreife festgenommen, von einem Standgericht zum Tode verurteilt und am 22. März 1945, nur wenige Tag vor der Kapitulation Deutschlands, erschossen wurde. Das Gedenken findet morgen um 16 Uhr anlässlich des heute zur Erinnerung an ihn verlegten Stolpersteins vor dem Haus Alter Markt 5 (zwischen Alter Markt und Gerricusplatz) statt.

Dem Grenadier Josef Funk, damals 37 Jahre alt, war versuchte Fahnenflucht vorgeworfen worden, weil er sich nicht binnen dreier Tage bei einer Kampfgruppe gemeldet hatte. Funk hatte sich bis zu seiner Verhaftung in seiner Wohnung versteckt. Stolpersteine wie der für Josef Funk sollen an die Verbrechen des NS-Regimes erinnern, die von 1933 bis 1945 auch in Düsseldorf dazu führten, dass tausende Menschen, jüdische Mitbürger wie Gegner des NS-Regimes, ermordet wurden.

Der von dem Kölner Künstler Gunter Demnig für Josef gestaltete Stolperstein wird in den Bürgersteig vor dem Haus Alter Markt 5 eingelassen. Dies geschieht in Absprache mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und mit der Stadtverwaltung. Erst 1998 hatte der Deutsche Bundestag derlei NS-Urteile, wie auch das über Josef Funk, aufgehoben, für Unrecht erklärt und die Opfer rehabilitiert. Stolpersteine sollen die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Es sind auch Zeichen gegen das Vergessen.

(arc)
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