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Gerresheim/Grafenberg
Eltern fordern Erhalt von Grundschule

Gerresheim/Grafenberg: Eltern fordern Erhalt von Grundschule
Cornelia Kaiser-Kauczor (r.) und Katrin Baumann, Sprecherinnen des Eltern-Bündnisses, vor dem Schulgebäude an der Diepenstraße. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Gerresheim/Grafenberg. Betroffene wehren sich gegen mögliche Aufgabe der Dependance der Gutenberg-Grundschule an der Diepenstraße. Die Stadt beschwichtigt: Noch sei nichts entschieden. Von Marc Ingel

Ein Nebensatz von Florian Dirszus, der das Schulausbauprogramm verantwortet, in der Sitzung der Bezirksvertretung 7, hat bei vielen Eltern Entsetzen ausgelöst. Im Zusammenhang mit den Schulerweiterungsplänen sagte er, dass die Gutenberg-Grundschule an der Grafenberger Allee ihre Dependance an der Diepenstraße Ende des laufenden Schuljahres verlieren werde. Genau das will nun ein Eltern-Bündnis mit aller Macht verhindern.

Im Herbst 2015 hatte die städtische Gutenberg-Grundschule an der Diepenstraße einen Teilstandort eröffnet. Zur gleichen Zeit hatte in dem Gebäude einer ehemaligen Tagesschule auch die städtische Aloys-Odenthal-Grundschule ihren Schulbetrieb nach dem Umzug von der katholischen Grundschule gestartet. Trotz voller Schulklassen plane die Stadtverwaltung nun die Schließung der Gutenberg-Dependance für alle Neuanmeldungen im Oktober 2017, sagt Cornelia Kaiser-Kauczor, Sprecherin des Eltern-Bündnisses. "Wir sind wie vor den Kopf gestoßen, wie die Stadt mit den Kindern und uns Eltern umgeht", erklärt sie. Bei der Gründung des Teilstandorts hätten vor allem die Eltern, die ihre Kinder 2015 eigentlich am Hauptstandort der Gutenberg-Schule angemeldet hatten, Zweifel geäußert, ob zwei städtische Grundschulen auf lange Sicht im gleichen Gebäude bestehen könnten. "Die Verwaltung sagte uns damals, solange die Schuleingangsklassen voll seien, bräuchten sich die Eltern um den Fortbestand keine Sorgen zu machen", kann sich Katrin Baumann, eine weitere Sprecherin, noch gut erinnern. "Also haben wir alle den Standort mit viel Herzblut aufgebaut." Das Konzept der Gutenberg-Schule habe viele Eltern überzeugt, so dass alle Eingangsklassen während der Bauphase mit mindestens 28 Schülern bestückt waren. "Wir Eltern wurden sogar bei den Umbauplänen einbezogen. Und dann diese Kehrtwende", so Baumann. "Entgegen allen Versprechungen treibt die Schulverwaltung im Verborgenen die Schließung voran, ohne dass die Eltern davon erfahren sollten."

Kaiser-Kauczor ergänzt: "Auf meine Nachfrage beschwichtigte das Schulverwaltungsamt zunächst, gemeint sei lediglich der Umzug aus den Containern in das Gebäude." Zwei Tage später habe das Amt dann in einer E-Mail bestätigt, dass der Teilstandort tatsächlich aufgegeben werden soll, weil die Grundschulen um das Neubaugebiet Reitzenstein erweitert würden und die Gutenberg-Schule deshalb entlastet würde. "Was das mit unseren Kindern in Gerresheim zu tun haben soll, verstehen wir nicht", betont Kaiser-Kauczor. "Wir fragen uns aber auch, warum Veränderungen nicht offen kommuniziert werden." In den Anmeldebögen für die nächsten Erstklässler sei der Teilstandort bereits nicht mehr aufgeführt. "Wir wollen den Ist-Zustand beibehalten, zwischen zwei Schulen an der Diepenstraße mit zwei unterschiedlichen Konzepten wählen zu können", sagt Baumann.

Florian Dirszus beschwichtigt: "Zunächst einmal ist die Maßnahme frühestens ab dem Schuljahr 2018/19 vorgesehen." Außerdem sei noch nichts entschieden, werde man nach den Sommerferien erst in das Verfahren einsteigen, Schulkonferenz und Schulausschuss informieren. Um den Eindruck der Transparenz wieder herzustellen, denkt er nun auch über einen Elternabend nach.

Kontakt Weitere Informationen zu dem Eltern-Bündnis unter www.gutenberg-in-gerresheim.de

Quelle: RP
 
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