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Gerresheim
"Gefahr in Verzug" bedingt Austausch von Gaslaternen

Gerresheim. Ausgerechnet am Tag, als der Rat am Abend festlegen sollte, dass es zum einen für Gaslaternen in der Stadt eine Erhaltszone geben wird und zum anderen bis zur endgültigen Beschlussfassung keine weiteren Leuchten auf LED-Technik umgerüstet werden sollen, staunten Anwohner der Regenbergastraße nicht schlecht: Zwei Aufsatzgasleuchten seien wenige Stunden vor der Ratssitzung nahe der Benderstraße ohne erkennbaren Grund gegen neue Laternen ausgetauscht worden, berichteten sie Rainer Klöpper, Vorsitzender der CDU im Stadtbezirk 7. Ein reges Frage- und Antwort-Spiel per Mail entwickelte sich.

Der Politiker fragte zunächst bei der Bezirksverwaltung nach dem Grund für den Austausch. Ihm wurde mitgeteilt, die Leuchten hätten ausgewechselt werden müssen, weil durch verrostete Stellen im unteren Bereich Gas austrete. Parallel schaltete sich ein Anwohner ein. Der Mann bezeichnete die Argumentation der Verwaltung als absolut unglaubwürdig. Er habe sich die abgerissenen Laternen aus der Nähe angeschaut, kleinere Rostschäden seien zwar erkennbar gewesen, Gasgeruch habe er aber nicht wahrgenommen, "obwohl meine Nase in Bodennähe war. Die beiden Laternen waren definitiv nicht undicht".

Jetzt - inzwischen ging es um insgesamt vier Gasleuchten - platzte Andrea Blome der Kragen. Die Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement beantwortete die Mail von Klöpper in ungewohnt ausführlicher Form. Der Austausch sei selbstverständlich legitim gewesen, denn das Moratorium zur Gasbeleuchtung beinhalte den Zusatz "soweit nicht Gefahr in Verzug ist" - zum Beispiel nach Unfallbeschädigung, bei Standsicherheitsgefährdungen oder an stark korrodierten Anlagen. "Genau dieser Sachverhalt liegt in der Regenbergastraße vor. Und gestatten Sie mir die Anmerkung, dass sich solche akuten Gefährdungssituationen leider unabhängig von den Sitzungsterminen des Rates einstellen."

(arc)
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