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Gerresheim
Gerresheim ist Heimat des Lacrosse

Gerresheim: Gerresheim ist Heimat des Lacrosse
Monika Ziegler (zweite Reihe, dritte von links) und ihre Mannschaft vom DSC 99 möchten in dieser Saison endlich wieder mal die Play-Offs erreichen. FOTO: Falk Janning
Gerresheim. Beim DSC 99 spielen 30 Spielerinnen im Alter zwischen 15 und 32 Jahren die ursprünglich indianische Sportart. Ein Einsteigen ist in Gerresheim jederzeit möglich. Von Falk Janning

Monika Ziegler hat schon viele Sportarten ausprobiert. Die 30-Jährige war Leistungsschwimmerin, hat Fußball, Handball, Basketball und Volleyball gespielt, schloss sich den Flossenschwimmern an. Doch keine Sportart hat sie so nachhaltig beeindruckt und fasziniert wie Lacrosse. "Ich war als Studentin für meine Kommilitonen auf der Suche nach einer Volleyballgruppe und stieß im Internet auf diese ursprünglich indianische Sportart", sagt die Juristin, die gerade ihr Studium an der Heinrich-Heine-Uni abgeschlossen hat. "Ich habe dann beim DSC 99 in Gerresheim testweise an einem Training teilgenommen und bin bis heute nicht mehr von der Sportart losgekommen", sagt sie.

"Die Athletik, die schnellen Pässe, die Motorik und Technik - alles an dem Sport ist stimmig und übt auf mich eine große Begeisterung aus", sagt sie. Fasziniert ist sie auch von der Taktik, die sie in dem Sport anwenden müssen. "Das ist beinahe wie Schach auf dem Platz. Man muss versuchen, die Züge des Gegenspielers vorauszusehen." Vor Spielbeginn steht die Mannschaft im Kreis und schreit: "Düsseldorf works hard, Düsseldorf plays smart, Düsseldorf for the win, Oooh Gooo!" Dann geht es los. Monika Ziegler und ihre Mitspielerinnen rennen mit den langen Schlägern mit den taschenförmigen Fangnetzen in der Hand über den Kunstrasenplatz an der Diepenstraße. Von der Spielart ähnelt Lacrosse dem Feldhockey. Zwölf gegen Zwölf spielen die Damen. Mit den Netzen nehmen sie die 150 Gramm schweren Hartgummibälle in vollem Lauf auf und passen sie nach einigen Schritten an ihre Mitspieler weiter. Das verlangt jede Menge Geschick. Die Verteidiger versuchen, dieses schnelle Passspiel zu stören. Anders als bei den Herren, ist es bei dem Damensport aber nicht erlaubt, nach dem Ball im Netz des Angreifers zu schlagen und dabei auch den Gegenspieler zu treffen.

Während die Männer Schutzkleidung (Helm, Schulterpanzer, Ellenbogenschützer, dicke Handschuhen) tragen müssen, reicht den Damen ein Mundschutz. Häufig werden noch Schutzbrillen und leicht gepolsterte Handschuhe getragen. Im Gegensatz zu den Herren ist bei den Frauen voller Körpereinsatz nämlich nicht erlaubt, sie kommen ohne Rempeleien aus. Dem Gegner sind nur präzise Schläge auf das Fangnetz erlaubt. "Größere Ausholbewegungen sind bereits regelwidrig. Zudem ist der Bereich um den Kopf für den Schläger des Gegners tabu. Bei uns wird mehr Wert auf Taktik und Spielzüge gelegt", so Monika Ziegler.

Wenn sie auf das gegnerische Tor zuläuft, dann schirmt sie den Ball, der in dem taschenförmigen Netz ihres Schlägers liegt, mit ihrem Körper und schnellen Schlägerbewe-gungen gegen die Verteidiger ab. Sie täuscht eine Bewegung nach rechts an und flitzt links an der Gegenspielerin vorbei, dann noch zwei, drei Schritte und sie katapultiert das Spielgerät mit einer Schlägerbewegung am gegnerischen Keeper vorbei ins Tor. Die 30-Jährige ist Center-Spielerin. Ihre athletische Figur passt zu der Position. Sie muss sowohl schnell auf den Beinen sein, als auch über eine gute Technik verfügen.

Beim DSC 99 befindet sich Monika Ziegler in einem Kreis von 30 Spielerinnen im Alter zwischen 15 und 32 Jahren. "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren 18 neue Spielerinnen bekommen und einen guten Mix aus erfahrenen Spielerinnen und jungen, energiegeladenen und talentierten Anfängerinnen zusammen", sagt sie. Damit alle dabei bleiben und nicht wieder abspringen, unternehmen sie zum Teambuilding Ausflüge, nächste Woche geht es zum Kiten in die Niederlande.

"Unser Ziel in dieser Saison ist die Teilnahme an den Play-Offs. Dazu müssen wir mindestens den zweiten Platz in der 1. Bundesliga West erreichen", so Monika Ziegler. In den vergangenen drei Jahren war die Mannschaft jeweils auf dem dritten Platz gelandet und hatte ihr Ziel knapp verpasst. Ein Nachteil ist, dass sie keine finanziellen Mittel haben, um einen Trainer bezahlen zu können. So coachen sie sich selbst. Derzeit übernehmen das Anne Wiesmann und Monika Ziegler. Neu ist mit Hamit Kara ein Fitnesstrainer, der die Damen betreut.

Quelle: RP
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