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Gerresheim
Gerresheimer Baustelle fordert Tribut

Gerresheim: Gerresheimer Baustelle fordert Tribut
Durch die Baustellen in Gerresheim bleiben die Kunden für den Schuhladen "Frau und Fräulein" am Kölner Tor aus. Die Inhaberin Judith Schipper muss ihren Laden nun wegen fehlender Einnahmen aufgeben. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Gerresheim. Inhaberin des Schuhgeschäftes "Frau und Fräulein" gibt Ende September ihr Geschäft am Kölner Tor auf. Von Anne Kleinmann

Fast zwei Jahre lang wurde das Stadtbild von Gerresheim von Baustellen beherrscht. Die Leidtragenden waren vor allem die Gerresheimer Einzelhändler. Die Inhaberin des dort ansässigen Schuhgeschäfts "Frau und Fräulein" am Kölner Tor gibt ihren Laden nun Ende September auf. Seit fast sechs Jahren führt Judith Schipper den kleinen Schuhladen in Gerresheim. Als sie im Jahr 2010 eröffnete, liefen die Geschäfte zunächst sehr gut. 2015 kamen dann die ersten Einbußen.

Ein Jahr zuvor hatten die Umbauarbeiten in Gerresheim, von denen zunächst die Benderstraße betroffen war, bereits begonnen. Erst wurden Kanalarbeiten durchgeführt, dann tauschte die Rheinbahn die Gleise aus und baute die Rathaus-Haltestellen barrierefrei um. Schließlich war die Stadt an der Reihe, und die Einkaufsstraße wurde auf jeweils eine Fahrspur verengt, die Bürgersteige wurden dementsprechend verbreitert. Im Zuge der Arbeiten war die Straße zeitweise komplett gesperrt. Auch der Nahverkehr war betroffen und musste durch Ersatzverkehr überbrückt werden. Jetzt ist noch bis Ende Oktober die Heyestraße von Bauarbeiten betroffen. Grund sind umfassende Arbeiten am Abwasserkanalnetz.

Mit Beginn einer Privatbaustelle auf der Straße Kölner Tor, brachen die Einnahmen des Schuhgeschäftes dann völlig ein. Bereits im Sommer vergangenen Jahres begann direkt gegenüber des kleinen Ladens, die Sanierung und der Bau neuer Stadtwohnungen. "Wir hatten bereits durch den Straßenbau insgesamt weniger Kunden. Durch die Baustelle direkt vor der Tür hat sich das aber noch einmal verstärkt", sagt die 52-jährige Ladeninhaberin zu der Entwicklung. Durch die Baustelle hätten sich immer weniger Kunden in die Seitenstraße zu ihr verirrt und selbst die Stammkundschaft habe den Stadtteil insgesamt gemieden, erklärt sie.

Erst zwei Tage vor Beginn der Arbeiten habe sie von den geplanten Sanierungen und Neubauten direkt vor ihrem Laden erfahren, sagt Schipper. Diese dauern nun bereits über ein Jahr an. Bis spätestens November muss die Baustelle in der Straße Kölner Tor jedoch beendet sein. Dann sollen angeblich die ersten Bewohner in die neuen Wohnungen ziehen.

Auch die Arbeiten auf der Benderstraße sollen noch diesen Monat fertiggestellt werden. Den Abschluss der Umbauarbeiten werden die Gerresheimer am 3. September feiern. Dann wird Oberbürgermeister Thomas Geisel die "neue Benderstraße" offiziell einweihen. Viele Einzelhändler aus Gerresheim versuchen nun, optimistisch für die Zukunft zu sein.

Zu spät für das kleine Schuhgeschäft "Frau und Fräulein". Inhaberin Schipper sieht die Krise aber auch positiv. Sie will das Ende ihres Ladens nun als kreative Chance sehen. Interessenten für die Geschäftsräume gebe es bereits einige.

Quelle: RP
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