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Gerresheim
Kirche koordiniert Flüchtlingshilfe

Gerresheim. In Gerresheim kümmert sich mit Mechthild Schmölders jetzt eine feste Ansprechpartnerin um die Ehrenamtlichen. Von Marc Ingel

Mechthild Schmölders verfügt über reichlich Erfahrung in der Flüchtlingshilfe. Die Sozialarbeiterin hat sich bereits bei der Caritas um Asylsuchende und Aussiedler gekümmert und betreute zuletzt im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die katholische Kirche - bis zu 20 Stunden in der Woche - Flüchtlinge in Gerresheim. "Und jetzt habe ich mein Hobby quasi zum Beruf gemacht", sagt Schmölders, die schon seit vier Wochen offiziell die Koordinatorin für Flucht und Asyl der katholischen Kirchengemeinde im Stadtteil ist.

Dabei handelt es sich um eine halbe Stelle, die auf drei Jahre angelegt ist und von der Bürgerstiftung Gerricus finanziert wird. Ein einziger Spender habe dafür 90.000 Euro gegeben, erklärt die ehemalige Stiftungsvorsitzende Barbara Krug. Die primäre Aufgabe von Schmölders ist es, Ansprechpartner für diejenigen zu sein, die sich im Seelsorgebezirk von St. Margareta in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich engagieren oder mit dem Gedanken spielen, dies zu tun. Rund 100 Aktive sind es bereits in Gerresheim, drei bis vier Erstgespräche in der Woche mit weiteren Interessenten führe sie zudem, sagt die Koordinatorin, die über ein Zertifikat als Ehrenamtsmanagerin verfügt. "Vor allem für Ämtergänge oder als Begleitung bei Arztbesuchen werden immer Freiwillige gesucht", erklärt Schmölders, die sich ihre Zeit weitgehend flexibel einteilen kann, immer montags in ihrem Büro im Aloysianum am Gerricusplatz aber auch von 14 bis 17 Uhr eine feste Sprechzeit anbietet.

500 bis 600 Flüchtlinge leben in der Regel in den Unterkünften an der Karlsbaderstraße, der Heyestraße und der Manthenstraße sowie in einem Hotel an der Schönaustraße. Diese Häuser fallen in das Aufgabengebiet von Mechthild Schmölders. Die Modulbauanlage an der Blanckertzstraße wird von der Awo betreut. Nicht vergessen dürfe man in diesem Zusammenhang die ehrenamtliche Arbeit, die anderswo, etwa in den beiden Kleiderkammern oder in den Begegnungscafés, geleistet werde, betont Pfarrer Karl-Heinz Sülzenfuß. Und manchmal sind es ungewöhnliche Ideen, die zusätzlich ein positives Signal setzen. Malermeister Alfons Föster hat gemeinsam mit dem Auszubildenden André Keller und dem syrischen Flüchtling Ahamed Mohammad, den Föster für sechs Wochen bei sich zu Hause aufgenommen und ihn für einige Zeit als Praktikant beschäftigt hat, den Eingangsbereich der Flüchtlingsunterkunft an der Heyestraße 51 in Gerresheim renoviert und farblich neu gestaltet. "Wenn der Eingang einladend aussieht, kann sich das auf die Stimmung im ganzen Haus auswirken", sagt der Malermeister, der über seine Frau, die in einem Flüchtlingscafé arbeitet, auf diese Idee gekommen sei. Mohammad hat inzwischen ein Aufenthaltsrecht bis 2019 und wohnt mit einem deutschen Studenten in einer WG. Ursula Legge wiederum hat ihr Fachwissen als Innenarchitektin bei der Umgestaltung eines großen Raumes in der Einrichtung an der Heyestraße als Spielzimmer eingebracht. Gerresheimer Gymnasiasten hatten dafür bei einem Spendenlauf 30.000 Euro gesammelt. "Wichtig bei all diesem ehrenamtlichen Engagement ist es, dass die Arbeit vernünftig koordiniert wird, dass niemand vergessen wird", unterstreicht Sülzenfuß.

Quelle: RP
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