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Gerresheim
Kundenaufzug für Stadtteilbücherei ist zu teuer

Gerresheim. Politiker der Bezirksvertretung 7 kämpfen seit Jahren vergeblich um Barrierefreiheit in dem Privatgebäude. Von Marc Ingel

Die Stadtteilbücherei in Gerresheim wird an ihrem Standort an der Heyestraße verbleiben, auch wenn die ersten Wohnhäuser im Glasmacherviertel in drei Jahren bezugsfertig sind. Ein Umzug in eines der denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände ist nicht vorgesehen, teilt das Kulturamt auf eine Anfrage der Grünen im Stadtbezirk 7 mit. Das Problem: Die alte Bücherei-Filiale in einem Privathaus ist nicht barrierefrei, seit Jahren kämpfen Politiker der Bezirksvertretung vergebens um die Finanzierung eines Kundenaufzugs, damit Behinderte oder in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen in das Obergeschoss mit Sachbuchbereich oder auch Lesecke gelangen können, dort finden zudem regelmäßig Lesungen und andere Veranstaltungen statt. Teilweise werden Behinderte die Treppe hochgetragen. Auch die Verwaltung betrachtet das als "durchaus nachteilig". Die Realisierung eines Aufzugs scheiterte aber bisher stets an der Finanzierung. Auch der Umzug in ein anderes Gebäude wie das Bürgerhaus haben sich stets zerschlagen.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen starteten die Grünen jetzt einen neuen Vorstoß. Der Einbau eines Aufzugs sei dringend erforderlich, eine Umsetzung auch technisch machbar. Die Stadt soll die Kosten dafür vorfinanzieren. Da sich für den Vermieter durch einen Aufzug zum einen eine Wertsteigerung der Immobilie ergebe und er zum anderen weiterhin auf den verlässlichen Partner Stadt als Mieter bauen könne - was angesichts der zahlreichen leerstehenden Ladenlokale im Stadtbezirk 7 nicht unerheblich sei, ist es nach Ansicht der Partei auch angemessen, die getätigte Investition in den Folgejahren durch eine Mietminderung zu refinanzieren. So die Idee.

Dem Antrag konnten inhaltlich einmal mehr die Vertreter aller Parteien folgen. Nur: Macht es wirklich Sinn, derartige Anträge immer wieder auf Bezirksebene zu stellen, obgleich sie auf der höheren Ratsebene dann mit dem Hinweis auf fehlendes Geld ohnehin abgelehnt werden? Also: Flinte ins Korn werfen oder trotzig auf seinem vermeintlichen Recht beharren? Diese Fragen stellten sich die Stadtteilvertreter, kamen aber schnell zum Schluss, mit einer Stimme sprechen zu wollen und mit Nachdruck auch im Rat für das Anliegen zu kämpfen.

Quelle: RP
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