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Gerresheim
"Leuchtturm" für Neubaugebiet

Gerresheim. Der renommierte Professor Helmut Müller hat die Vision von einem illuminierten Wasserturm für das neue Glasmacherviertel in Gerresheim. Von Marc Ingel

Er hatte 16 jahre lang einen Lehrstuhl für Klimagerechte Architektur an der Technischen Universität in Dortmund und arbeitet heute in einem Büro für ökologischen Wohnungsbau in Oberkassel. Helmut Müller lebt allerdings in Gerresheim, daher verfolgt er interessiert die Entwicklung des Glasmacherviertels, wo ab 2019 die ersten der 1400 geplanten Wohneinheiten bezugsfertig sein sollen. Da er sich aber nicht nur mit nachhaltigem Städtebau beschäftigt, sondern auch ein Fachmann auf dem Gebiet von Lichtplanung ist, hat Müller sich über das neue Wohngebiet so seine Gedanken gemacht, die er jetzt auf Einladung der Grünen im Stadtbezirk 7 präzisierte.

Der denkmalgeschützte Wasserturm auf dem Areal könnte, so seine Idee, zu einem Wahrzeichen, einem Leuchtturm im eigentlichen Wortsinne für Gerresheim werden, wenn man ihn denn nur richtig in Szene setzt. Das funktioniere mit Licht, das von innen kommt, sicher hervorragend, zumal der Wasserturm mit seiner transluzenten Gussglas-Verkleidung, die das Licht gestreut nach außen dringen lasse, eine optimale Voraussetzung biete. Denn prinzipiell, davon hat sich Müller selbst überzeugt, sei der Wasserturm in einem guten Zustand. "Der Stahl ist in Ordnung, ein wenig Korrosionsschutz genügt."

Müller schwebt dabei eine Aufwertung durch Licht und Farbe wie beim Gasometer in Oberhausen oder dem Dortmunder U-Turm vor. Auch der Einsatz holographisch-optischer Elemente, so dass die jeweilige Farbgebung sich abhängig vom Standort ändert, könnte er sich gut vorstellen. Müller plädiert dafür, Lichtkünstler hinzuzuziehen, tagsüber die Sonne zu nutzen und nach Einsetzen der Dunkelheit auf solargestütztes Kunstlicht zu setzen. Welche Wirkung zum Beispiel Hologramm-Leuchten erzeugen, davon kann man sich am Flughafen im Terminal C überzeugen, wo entsprechende Kunstobjekte von Johannes Dinnebier installiert sind.

Müllers Visionen kamen bei den Grünen gut an, auch wenn allen klar war: Für eine Umsetzung müssten nicht nur die Stadt und der Investor Patrizia zustimmen und eine Realisierung vorantreiben, auch bei den Neubürgern selbst müsse Einvernehmen herrschen. Derart in Fahrt ersannen die Anwesenden sogar noch eine weitergehende Idee: Warum nicht in dem verbleibenden Fuß der alten Kartonagefabrik ein Glasmuseum eröffnen?

Quelle: RP
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