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Gerresheim
PFT-Sanierung in Gerresheim hat begonnen

Gerresheim: PFT-Sanierung in Gerresheim hat begonnen
Experte Franz Veenker legt an der Abreinigungsanlage auf dem Gelände des "Lager 61" letzte Hand an. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Gerresheim. Im Kleingartenverein Hippeland in Gerresheim dürfen die Mitglieder seit vielen Jahren schon nicht mehr Blumen und Gemüse mit Wasser aus ihrem eigenen Boden gießen. Das Grundwasser ist mit PFT verseucht. 2001 geriet nach einem Großbrand in dem so genannten "Lager 61" (Nach den Mauresköthen) das Gift über Löschmittelkonzentrat in den Boden.

Man wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht besser. Nach aktuellen Messungen haben sich die Schadstoffe mit der Grundwasserströmung zu einer zwei Kilometer langen Verunreinigungsfahne in südwestliche Richtung ausgebreitet.

Es hat lange gedauert das Ausmaß der Schäden zu erfassen und einen Sanierungsplan zu erstellen. "Es fehlten jegliche Erfahrungswerte. Wir sind mit dem Langzeitpumpversuch, den wir nun in Angriff nehmen, sogar in einer Vorreiterrolle", erklärt Inge Bantz, stellvertretende Leiterin des Umweltamtes, warum sogar Fördermittel des Landes geflossen sind. "Die Inbetriebnahme der Abreinigungsanlage stellt den Einstieg in die Sanierung des mit perfluorierten Tensiden belasteten Grundwassers in Gerresheim dar", unterstreicht Umweltdezernentin Helga Stulgies. Vorausgegangen seien umfangreiche Versuche zur Erprobung von Materialien und Varianten zur Vorgehensweise bei der Reinigung des PFT-belasteten Grundwassers.

Im Ergebnis habe sich eine Verfahrenstechnik herausgestellt, die für den Standort Gerresheim eine gute Abreinigungsleistung erwarten lasse. "Nach den umfangreichen Vorleistungen ist die Inbetriebnahme der Anlage heute ein wichtiger Meilenstein bei der Sanierung der Gesamtverunreinigung", so Stulgies.

In Gerresheim werden zum Start des Pumpversuchs in der ersten Stufe 15.000 Liter verunreinigtes Grundwasser pro Stunde aus einem Sanierungsbrunnen gefördert. Das Grundwasser wird über eine Rohrleitung bis zu der Großanlage gepumpt, wo spezielle Filter zunächst Eisen und Mangan entfernen, ehe das Grundwasser zur Abreinigung der PFT über spezielle Aktivkohlefilter geschickt werden. Das gereinigte Grundwasser wird von dort in die Nördliche Düssel eingeleitet. Nach drei Monaten werden mit Beginn der zweiten Pumpstufe dauerhaft 30.000 Liter Grundwasser pro Stunde gefördert und gereinigt.

(arc)
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