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Gerresheim
Von dekorativ bis sozialkritisch

Gerresheim. Bereits zum zwölften Mal öffneten die Gerresheimer Künstler ihre Ateliers. Von Tino Hermanns

Es war vielfarbig und monochrom, gegenständlich und abstrakt, wild und beruhigend. Es gab Malerei in jeglicher Couleur, Skulpturen aus Stein, Holz oder Metall, es gab Fotografie, Schmuck, Collagen und vieles mehr. Die Kunstmeile Gerresheim war ein kunterbuntes Potpourri aus zeitgenössischer, zeitkritischer und zeit-bejahender Kunst.

Das heißt aber nicht, dass nur Werke im Stile von Joseph Beuys, Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Günther Uecker zu sehen waren. So war etwa auch die gute alte Aktmalerei Thema. An 22 Orten zeigten in Gerresheim arbeitende Künstler, etwa auch Beuys-Schüler Uwe Piel, die Umsetzungen ihrer Kreativität. "Alle Kunstrichtungen sind querbeet vertreten. Von dekorativ bis zu sozialkritisch. Jeder der im Viertel künstlerisch arbeitet, darf dabei sein", erläutert Annemarie Rose von der Malschule siehMal ihr Konzept. Sie und ihre Malschul-Kolleginnen Anette Kuschka und Emilie Matuschek gehören zum engsten Organisationszirkel der Kunstmeile.

Bereits zum zwölften Mal baten die Gerresheimer Künstler die Öffentlichkeit in ihre Ateliers zum Schnuppern, Klönen und natürlich um die eigenen Werke zu präsentieren und so Interesse an Kunst "made in Gerresheim" zu wecken. "Im Schnitt sind so um die 20 Orte, an denen man sich von verschiedenen künstlerischen Richtungen inspirieren lassen kann," meint Kuschka. Sie und siehMal waren von Anfang an dabei, in die Orga-Arbeit stieg das Malschul-Trio vor drei Jahren ein.

Diesmal war es spannend, einfallsreich, vielfältig, fantasievoll originell und original. Allein die Ausdrucksformen in den Gemälden waren unendlich, was sich potenzierte, sobald man weitere Ateliers betrat. Etwa das von das von Steinbildhauer Jo Frömbgen.

Alleine der Ort, in dem Frömbgen seine zarten, zierlichen bis opulenten Werke schafft, ist malerisch. Auf Gut Klein-Düssel inmitten von Weiden, Wiesen, Ställen, umrahmt von Pferden und Hühnern rückt Frömbgen den ungeschliffen Steinen zu Leibe. "Es ist etwas abgelegen, aber wenn die Leute einmal hier sind, sind sie angetan", sagt er.

Quelle: RP
 
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