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Gerresheim
Wenn Inklusion gar nicht weiter auffällt

Gerresheim. Danijela ist mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen, geht ab August aber ganz normal in die Kita St. Margareta in Gerresheim. Von Marc Ingel

Danijela ist vieles: neugierig, aufgeweckt, meistens gut gelaunt und sogar ein bisschen eitel. Zu gerne schaut sich die Zweijährige selbst im Spiegel an. Heute sieht sie aber auch besonders hübsch aus mit ihren rosa Socken und den dazu farblich abgestimmten Haarbändern. Auf dem blauen Kleid ist eine lustige Eule abgebildet. Danijela spielt mit anderen Kindern der Fuchsgruppe in der Kita St. Margareta, als wäre sie schon immer dabei gewesen. Dabei gehört sie doch erst ab August so richtig dazu.

Heute ist für das Mädchen, das mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen ist, ein Eingewöhnungstag. Berührungsängste hat Danijela nicht, im Gegenteil. Schon oft hat sie die zwei Jahre ältere Schwester Mia abgeholt, mit Mutter Dragana Katic. Die sagt: "Manchmal habe ich sie in die Gruppe gesetzt. Da hat sich schon gezeigt, dass Danijela keine Probleme hat, mit den anderen Kindern zurechtzukommen. Sie hat manchmal sogar Theater gemacht, wenn sie mit uns nach Hause gehen sollte."

Der Alltag für die Zweijährige ist nicht immer einfach. Mehrmals in der Woche ist sie bei der Logopädie, der Physiotherapie und der Frühförderung. Daran wird sich ab August auch nicht viel ändern, dann werden die für Danijela so wichtigen Termine auf den Nachmittag verlegt. Doch die Mühen haben sich ausgezahlt. Sie kann sitzen, krabbeln und sich nicht zuletzt perfekt alleine beschäftigen. "Sie räumt vorzugsweise ihr komplettes Spielzeug aus und verteilt es in der Wohnung", sagt ihre Mutter. Mit dem Laufen dauert es noch etwas, auch beim Essen benötigt die Kleine noch Hilfe. Aber sonst spricht nichts dagegen, sie in eine ganz normale Kindertagesstätte zu geben.

Das sieht Kitaleiterin Elke Bonn ganz genauso. Zwar ist Danijela offiziell das erste Inklusionskind in der Einrichtung in Gerresheim, "aber es ist ja nicht so, dass wir keinerlei Erfahrung mit außergewöhnlichen Umständen hätten. Kinder mit ADHS sind Alltag, so etwas wird aber überhaupt erst im Vorschulalter diagnostiziert. Auch Diabetes bringt einen großen Aufwand mit sich". Dennoch hätten alle Erzieherinnen eine Fortbildung gemacht, um künftig auch mit anderen Behinderungen umgehen zu können. Wie viele Inklusionskinder eine Einrichtung oder eine Gruppe vertrage, hänge immer vom Einzelfall ab und werde im Team entschieden. "Da haben wir in Abstimmung mit dem Träger weitgehend freie Hand in unserer Entscheidung", sagt Bonn.

Gut möglich, dass ein so genannter Integrationshelfer, der sich dann vor allem um Danijela kümmern würde, den Erzieherinnen künftig unter die Arme greift. "Das ist allerdings ein ziemlicher Papierkrieg", berichtet Dragana Katic. Erst müsste die Kita einen Bedarf an zusätzlichen Fachkräftestunden bei der Stadt beantragen, mit dem entsprechenden Bescheid und den nötigen ärztlichen Unterlagen könnten dann die Eltern einen Antrag bei der Stadt stellen.

Wahrscheinlich ginge es aber auch ohne zusätzliche Hilfe. Denn Danijela, die im November drei Jahre alt wird, ist ziemlich intelligent, wie ihre Mutter betont: "Wir erziehen sie zweisprachig, in Deutsch und Kroatisch." Warum auch nicht?

Quelle: RP
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