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Gerresheim
Zwei Königinnen bitten zur Parade

Gerresheim. Sie sind der Stolz des Regiments: Johanna Kupp ist die Schülerkönigin, Leonie Heckhausen die Pagenkönigin beim Schützenfest in Gerresheim. Allein für die beiden Mädchen lohnt sich schon der Besuch des morgigen Festzugs. Von Marc Ingel

Leonie Heckhausen und Johanna Kupp sind beide nicht auf den Mund gefallen. Und beide haben jeweils ein großes Talent: Leonie reitet gerne und gut, bei ihrem ersten großen Turnier in Hamm hat die Elfjährige vor kurzem in Dressur und Springen so ziemlich alles abgeräumt, was es an Pokalen in ihrer Altersklasse zu gewinnen gab. Die 13-jährige Johanna wiederum ist musikalisch äußerst begabt, sie spielt Querflöte. Ein Glück, dass die Mädchen bei der St.-Sebastianus-Bruderschaft in Gerresheim ihr Können voll entfalten dürfen. Johanna Kupp ist jüngstes Mitglied beim Spielmannszug Gerresheim, der in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen feiert. Pferdenärrin Leonie Hackhausen gehört dem 1. Reiter-Corps Gerresheim an.

Das alles ist ja schon mal nicht schlecht, doch beim diesjährigen Schützenfest in Gerresheim, das nach der gestrigen Party im Festzelt heute mit Platzkonzert und Festhochamt auch offiziell eingeläutet wird, stehen die beiden Jungschützinnen besonders im Fokus. Johanna ist Schülerkönigin und die nicht mehr lange zwei Jahre jüngere Leonie (Geburtstag im August) Pagenkönigin.

Diese majestätischen Ämter haben die Mädchen wiederum einem ganz anderen Geschick zu verdanken, von dem sie vorher gar nicht wussten, das sie es besaßen. Hanna war beim Duell mit dem Luftgewehr in ihrem Wettbewerb nicht zu bezwingen, und auch Leonie gab mit dem Lasergewehr eine derart gute Figur ab, dass diverse männliche Konkurrenten ziemlich baff waren. "Die guckten zum Teil ganz schön beleidigt", blickt die kecke Elfjährige amüsiert zurück. "Ein echter Außenseitersieg", lautet ihre Selbsteinschätzung.

Leonie wohnt mit ihren Eltern eigentlich in Hamm, doch da die Oma das Reiter-Corps 1926 mitbegründet hatte, blieb die Verbindung nach Gerresheim stets bestehen. Wenn die junge Reiterin in Düsseldorf bei Wettbewerben im Sattel sitzt, dann für die Gerresheimer. Ihr eigentlicher Heimatverein hingegen, der RC Gut Neuhaus, sitzt in Grevenbroich. "Der beste Verein der Welt", sagt die Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums in der Altstadt. "Ich komme schon ganz schön rum für mein Alter", sagt Leonie, die nebenbei noch Klavier spielt, vor allem aber ihre Stute Assalina T. über alles liebt.

Johann Kupp ist da etwas bodenständiger, die 13-Jährige besucht die Georg-Schulhoff-Realschule in Vennhausen. "Bei mir in der Schule ist das mit der Königin kein großes Ding, das beschränkt sich ganz auf Gerresheim und den Schützenverein", erzählt sie. Die wichtigsten Repräsentationspflichten im Verlauf ihrer Amtszeit: "Vergangenes Jahr wurde ich gekrönt, jetzt werde ich zum Ende des Schützenfestes entkrönt. In unserem Alter wird das zum Glück alles noch nicht so eng gesehen", berichtet Johanna. Lieber konzentriert sie sich ohnehin auf die Musik, jeden Freitag wird geprobt. Mutter Angelika hat ihre Tochter vor zwei Jahren mal mitgenommen, dann ging alles ganz schnell.

Als beide im Vorjahr im Festzelt bei ihrer Ernennung zusammen auf der großen Bühne standen, waren die Mädchen schon nervös. "Zum Glück mussten wir keine Rede halten, nur nett lächeln und winken", berichtet Leonie, die dummerweise zuletzt noch vom Pferd gefallen ist und sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. "War aber gar nicht so schlimm, ich bin ein Steh-auf-Mädchen."

Sie hofft, dass sich Johanna auch beim Festzug morgen mit ihr eine Kutsche teilen darf, "dann ist auch mal jemand da, mit dem man während der Parade sprechen kann". Und natürlich freuen sich die Mädchen schon auf ihre Kleider, die sie tragen werden: "Ein dunkelblaues mit Strasssteinchen", berichtet Leonie Heckhausen aufgeregt. "Ein beigefarbenes mit Blumenmuster", erzählt Johanna Kupp stolz. Da lohnt sich doch der Besuch der Parade.

Quelle: RP
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