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Düsseldorf-Gerresheim
Zweifel am Verkehrskonzept für Glasmacherviertel

Düsseldorf-Gerresheim: Zweifel am Verkehrskonzept für Glasmacherviertel
1400 neue Wohnungen werden auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte entstehen, ab 2019 sollen die ersten Neubürger einziehen. Wie diese dann aber zur Arbeit kommen, war auch Thema der Informationsveranstaltung der Stadt. FOTO: Patrizia
Gerresheim. Um das geplante Glasmacherviertel in Düsseldorf-Gerresheim gibt es weiter Streit. Nicht nur der Flächennutzungsplan sorgt für Diskussionen, Streitthema Nummer eins bleibt die Verkehrserschließung. Von Marc Ingel

Man sollte doch meinen, zum geplanten Glasmacherviertel in Gerresheim sei alles gesagt, geschrieben und kritisiert worden. Zu der Informationsveranstaltung der Stadt im Gymnasium am Poth kamen dann aber doch wieder annähernd 100 Interessierte, die allerdings schnell enttäuscht waren. Denn das angekündigte "Mitreden" beschränkte sich allein auf die Änderungen im Flächennutzungsplan für das Wohnviertel, nicht aber zur äußeren Verkehrserschließung. "Da sind die Pflöcke weitgehend eingeschlagen", sei die Beschlusslage verfestigt, erklärte Verkehrsdezernent Stephan Keller. Genau daran hätte ein Großteil der Anwesenden aber zu gerne noch so einiges geändert.

Die Verwaltung nutzte ungeachtet dessen die Gelegenheit, das ein oder andere Detail der Planung, das bisher kaum thematisiert wurde, in Erinnerung zu rufen. Beispiele: Die Stadtbahnlinie U73 wird nicht nur bis zum S-Bahnhof durchgezogen, sie wird südlich des Glasmacherviertels weitergeführt und erhält im Verlauf zwei zusätzliche Haltestellen; auf der Fläche der heutigen Gleisschleife entsteht ein Park & Ride-Platz mit 160 Parkplätzen; die verlängerte Torfbruchstraße durch das Neubaugebiet wird vierspurig, da von ihr viele Einmündungen abgehen und dort auch Busse halten werden, "alles andere wäre nicht zielführend", betonte Verkehrsplaner Lutz Schwarz.

Alles schön und gut, so der Tenor der Gerresheimer, aber was bleibe, sei diese "inakzeptable Verkehrsplanung". Was bemängelt wurde:

Nachtigallstraße Da es von der Torfbruchstraße nicht möglich sein wird, links in die Heyestraße abzubiegen, soll der Verkehr durch die Nachtigallstraße geführt werden. Angesicht von mehreren gastronomischen und handwerklichen Betrieben sowie entsprechendem Lieferverkehr fürchten die Anwohner, dass diese zur Durchfahrtsstraße wird. Schwarz: "Das soll auf jeden Fall vermieden werden, wir werden da noch mal ganz genau hinschauen."

Heyestraße Ein Einzelhändler kritisierte, dass die Heyestraße von Süden aus quasi überhaupt nicht mehr zu erreichen sei: "Wir werden durch diese Planung komplett abgebunden." Schwarz räumte ein, dass es dann nicht ohne Umwege gehe, wie genau gefahren werden müsse, konnte er aber auch nicht sagen.

Zamenhofweg Ein Anwohner befürchtete, dass Nach den Mauresköthen und im Anschluss der Zamenhofweg nicht nur zur Ausweich-, sondern gar zur "Rennstrecke" werden. Schwarz versicherte, dass zu den 400 Autos in der Spitzenstunde allenfalls 155 hinzukämen: "Das ist keine nennenswerte Erhöhung."

Fehlendes Gewerbe Dass einst geplantes Gewerbe inzwischen so gut wie komplett für mehr Wohnen aufgegeben wurde, gab einem Zuhörer zu denken: "1400 Neubürger, und alle sollen über Pöhlenweg oder Dreherstraße zur Arbeit fahren!" Eben nicht, wandte Keller ein, der die hervorragende Anbindung des Glasmacherviertels an den ÖPNV hervorhob: "U-Bahn, S-Bahn, Busse, hinzu kommen neue Fahrradwege. Es werden mehr Menschen auf das Auto verzichten."

Quelle: RP
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