| 00.00 Uhr

Golzheim
Anwohner besuchen Flüchtlingsunterkunft

Golzheim. Viele Bürger und nutzten die Chance, sich die neue Modulbauanlage an der Meineckestraße in Golzheim anzusehen und Fragen zu stellen. Auch Stadtteil-Politiker waren dabei. Bis zu 200 Asylsuchende sollen in Kürze einziehen. Von Semiha Ünlü

Dichtes Gedränge gestern Mittag an der Meineckestraße: Viele Anwohner und Stadtteil-Politiker ließen sich von Birgit Lilienbecker vom Amt für Gebäudemanagement durch die neue Modulbauanlage in Golzheim führen und Details sowie Besonderheiten der Anlage erklären. So hat das Gelände keinen Hofcharakter. Aus Lärmschutzgründen - in der Nähe der Unterkunft ist die vielbefahrene Danziger Straße - seien die Unterkünfte in Reihen errichtet worden, so die städtische Mitarbeiterin. Zudem sei das Pförtnerhaus wegen der örtlichen Gegebenheiten vom Verwaltungstrakt mit zwei Gemeinschaftsräumen - etwa für den Deutsch-Unterricht und die Betreuung von Flüchtlingskindern - getrennt worden.

Bereits in Kürze sollen bis zu 200 Flüchtlinge auf dem knapp 9800 Quadratmeter großen Grundstück unterkommen. Fünf Wohnunterkünfte sind dafür errichtet worden, in denen jeweils Platz für bis zu 40 Menschen ist. "Mit Zwischentüren können für Familien mehrere Zimmer zu einer größeren Einheit mit eigenem Badezimmer und eigenem Kochbereich zusammengefügt werden", sagte Lilienbecker. Das werde dabei helfen, eine "familiäre Atmosphäre zu schaffen und keinen Raum für soziale Konflikte zu geben", so die Mitarbeiterin des Düsseldorfer Amts für Gebäudemanagement.

Im Außenbereich an der Meineckestraße gibt es eine 100 Quadratmeter große Spielfläche. Eine Grünfläche fehlt bislang allerdings noch. Das wolle man im kommenden Frühjahr nachholen, sobald die Witterungsverhältnisse es zuließen, so Birgit Lilienbecker.

Während der Führung stellten viele Anwohner auch Fragen zu der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge. Eine Golzheimerin wollte etwa wissen, wo die neuen Bewohner etwa zu sozialen Themen beraten werden sollen. In dem 200 Quadratmeter großen Verwaltungsgebäude seien zwei Räume dafür vorgehen, sagte Lilienbecker. Auch Deutsch-Unterricht soll in den Gemeinschaftsräumen erteilt werden. Mitarbeiter der Diakonie sollen die Betreuung der Asylbewerber am neuen Standort übernehmen. Die für Golzheim zuständige Bezirksbürgermeistern Marina Spillner sagte, dass die neue Modulbauanlage die Erwartungen an eine angemessene Unterbringung für Menschen in Not erfülle. Ihr gefielen die "freundlichen und lichtdurchfluteten" Räumlichkeiten und auch deren Ausstattung (unter anderem mit abschließbaren Schränken).

Im vergangenen August hatte man mit den Arbeiten für die eingeschossige Anlage begonnen, in wenigen Tagen sollen sie - gerade rechtzeitig zum Beginn der kalten Jahreszeit - vollendet werden. Die Mietkosten für die Unterkunft belaufen sich nach Angaben der Stadt Düsseldorf auf 4,74 Millionen Euro, und zwar verteilt auf eine Dauer von fünf Jahren.

In der vergangenen Woche war am Oberbilker IHZ-Park die erste Modulbauanlage in Betrieb gegangen. Dort ist Platz für 160 Flüchtlinge entstanden, die von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes versorgt werden sollen.

Alle Modulanlagen sind von der Stadt für fünf Jahre angemietet worden. Die Stadt hat sich die Option offengehalten, sie danach zu kaufen und weiter zu nutzen - falls Bedarf auch dann noch bestehen sollte. Neben den Modulanlagen wie denen in Golzheim und Oberbilk hat die Stadt zusätzliche Immobilien und zwei winterfeste Traglufthallen (in den Stadtteilen Derendorf und Garath) angemietet.

Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.