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Golzheim
Die faszinierende Seite von Ela

Golzheim. Der Wiesbadener Fotograf Hermann Ufer zeigt im Ballhaus extreme Nahaufnahmen von Schäden an Bäumen nach dem Pfingststurm. Von Marc Ingel

Kurz nachdem Sturm Ela im Juni vergangenen Jahres über Düsseldorf wütete, war Hermann Ufer an der Cecilienallee unterwegs. Für den Unternehmensberater, dessen Hobby, die Fotografie, nach seiner Aussage in den vergangenen Jahren zunehmend Fahrt aufgenommen habe, war der Anblick des Chaos unwiderstehlich. Denn mit Nahaufnahmen von Bäumen, den Bruch- und Folgeschäden, den Sägespuren oder auch den von Förstern, Waldarbeitern oder Holzhändlern in grellen Farben vorgenommen Markierungen hat Ufer für sich ein Betätigungsfeld gefunden, das ihm eine Art Alleinstellungsmarkmal als Fotograf bescherte.

Dass seine faszinierenden "Nahtur-Bilder" auch ohne neonfarbene Zeichen auskommen können, beweisen die Ela-Bilder, die im Zentrum der Ausstellung im Ballhaus stehen, die seit gestern Abend und noch bis zum 25. August zu sehen ist. "Es hat an dem Tag geregnet wie Sau, alles war pitschnass. Aber die im Regen reflektierende Abendsonne hat in dem Fall diese ungewöhnliche Farbgebung beschert", sagt Ufer zu seinen Ela-Bildern. Am Computer nimmt er im Anschluss nur minimale Veränderungen vor, erhöht leicht den Kontrast oder die Intensität der Farbe, wenn diese etwas verblasst erscheint. Und er behält sich vor, extreme Ausschnitte zu wählen, um den von ihm gewünschten Eindruck zu verstärken. 50 Prozent des Erlöses der verkauften Bilder der Ausstellung will Hermann Ufer der Aktion Bäume für Düsseldorf spenden.

Längst nicht alle Bilder, die Ufer im Ballhaus ausstellt, sind Dokumentationen der Ela-Schäden. Initialzündung seiner ungewöhnlichen Foto-Serien war eigentlich der Dialog von Förster und Holzhändler anhand der farbigen Symbolik, aufgenommen in den Wäldern von Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern. "Der Förster besprüht die Bäume mit einer bestimmten Markierung, um dem Holzhändler mitzuteilen, er könne den Stapel mitnehmen, wenn er will. Der wiederum hinterlässt mit einer anderen Farbe die Nachricht: Danke, aber kein Interesse", erklärt der Fotograf.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. August im Ballhaus im Nordpark zu sehen: samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr.

Quelle: RP
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