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Düsseldorf
Es tut sich was in Golzheim

Düsseldorf: Es tut sich was in Golzheim
Gäste im Restaurant Marli. Franz-Josef Schorn und seine Lebensgefährtin Claudia Marliani verkaufen dort Weine und Steaks vom Grill. FOTO: Bernd schaller
Golzheim. Der Stadtteil rüstet mit Neubauten und Restaurants auf. Nach den Investoren hat die Gastro-Szene das Viertel entdeckt. Von Dagmar Haas-Pilwat

Neue Läden - Va Veloce, Marli, Rosati, demnächst What's Beef und der Nikolaus-Grill - schießen im Wochentakt aus dem Boden. "Endlich passiert etwas", sagt Dirk Pajonk. Der 46-jährige Orthopäde und langjähriger Zehnkämpfer im Kader der Nationalmannschaft hat sich vor neun Jahren mit seiner Praxis in Golzheim niedergelassen. Vor knapp zwei Monaten ist er um die Ecke mitten ins Geschehen an die Kaiserswerther Straße 253 gezogen: Am Platz der ehemaligen Pit-Stop-Werkstatt hat die Ärzteversorgung den alten Bestand abgerissen und einen schicken verglasten Neubau für Wohnen, Büros und Gastronomie hochgezogen. "Golzheim wird urbanisiert, bekommt ein Zentrum und die Lebensqualität steigt. Hier wird nicht länger nur gewohnt und gearbeitet, sondern man kann nun Essen gehen und im neuen Supermarkt einkaufen. Das macht eine Riesenfreude", sagt Pajonk. Dabei ist es vor allem die Kaiserswerther Straße zu beiden Seiten der Theodor-Heuss-Brücke, die ihr Gesicht verändert. Denn in direkter Nachbarschaft, wo bisher als einziger Vapiano sein Konzept erfolgreich umgesetzt hat, kommen aus den umliegenden Büros und zu Modemessezeiten aus den Showrooms eine Menge zahlungskräftiger Gäste.

Kein Wunder, dass im Haus der Ärzteschaft mit seinen großen Terrassen neben Ärzten und Büros die neuen Gastronomen die Attraktion sind: Giuseppe Saitta aus Oberkassel serviert in der Trattoria "Va Veloce" nun auch rechtsrheinisch Pasta & Co. Franz-Josef Schorn, Ex-Inhaber des Schorn an der Martinstraße, und seine Lebensgefährtin Claudia Marliani verkaufen im Restaurant "Marli" Weine und Steaks vom Grill. Gäste aus allen Stadtteilen kommen in Scharen. Die Preise sind gehoben, denn Golzheim ist nicht als preiswertes Pflaster bekannt.

Die in den 30er Jahren entstandene Weiße Siedlung südlich des Nordparks ist legendär. Wer dort wohnen will, zahlt bis zu zwei Millionen Euro. Auch Penthouse-Wohnungen an der Rheinmeile Cecilienallee erreichen solche Preise. Während die Preise für Häuser an der Rheinfront die Ein-Millionen-Grenze längst durchbrochen haben, ist es im "Hinterland" von Golzheim deutlich günstiger. Aus gutem Grund: Zwischen Kaiserswerther und Danziger Straße zeigt sich das Viertel von seiner einfacheren Seite. Im Reigen der Stadtteile ist Golzheim vielleicht das Viertel mit den meisten Lageunterschieden - von edel bis schlicht ist alles dabei.

Sorge, dass ihr Viertel so angesagt und schicki-micki wird, wie Oberkassel wird, hat Christine Siebert nicht. "Golzheim ist nicht hip. Die Struktur ist bunt gemischt mit einer eigenen Wohnkultur und dem Luxus, dass Rhein und Rheinpark vor der Haustüre sind", sagt die junge Mutter. Sie fühlt sich mit ihrem Mann und den Zwillingssöhnen in Golzheim wohl. Und seitdem der von den Anwohnern langersehnte Supermarkt im ehemaligen Verwaltungsgebäude von Johnson & Johnson eröffnet hat, ist auch die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert.

Die Zahl der Restaurants wird jedenfalls weiter wachsen: Nachdem das neue Rosati schon ein jüngeres Publikum anzieht, geht in Kürze Selim Varol mit einer Filiale seines Hippster-Burger-Tempels "What's Beef" in den Ex-"Rheinpark". Das Model Janine Heimann und der Musiker Mars Saibert übernehmen die frühere Kult-Fritten-Bude "Nikolaus-Grill". Im Büroturm "Three George" sollen bis zu vier Gastronomieflächen, darunter eines mit veganem, eines mit asiatischem Konzept, untergebracht werden.

Quelle: RP
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