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Grafenberg
Das Weltmeister-Duo aus Grafenberg

Grafenberg. Zwei Spielerinnen des TV Grafenberg holten mit der Ü55-Nationalmannschaft in Florida den Titel. Von Falk Janning

Man sollte meinen, dass Karin "Skippy" Haladyn und Ute Hoffmann nach mehr als vier Jahrzehnten Basketball und ungezählten nationalen und internationalen Erfolgen kaum noch etwas beeindrucken kann. Doch wenn die beiden 60-und 59-Jährigen von ihrem jüngsten Triumph bei der Basketball-Weltmeisterschaft erzählen, dann bekommen sie glänzende Augen und noch immer Gänsehaut. "Es war einfach nur überragend", sagen die beiden Basketballerinnen des TV Grafenberg, die mit der Deutschen Ü55-Nationalmannschaft die Welttitelkämpfe in Orlando, im US-Bundesstaat Florida, gewannen.

"Dafür spielen wir Basketball, um so etwas zu erleben." Durch einen 46:33-Sieg über Tschechien im Finale machten sie ihren großen Traum war und sicherten sich den letzten Titel, der ihnen in ihrer großen Sammlung noch fehlte. Wie hoch dieser Sieg einzuschätzen ist, zeigt die Tatsache, dass es erst die dritte Goldmedaille für ein deutsches Team bei den alle zwei Jahre ausgerichteten Seniorinnen-Weltmeisterschaften ist.

Die beiden Grafenbergerinnen begeisterte aber nicht nur der gekonnte sportliche Auftritt ihres Teams, das im Endspiel dank einer taktisch und spielerisch starken Leistung schon zur Halbzeit uneinholbar mit 27:12 führte. Auch durch das ganze Drumherum fühlten sie sich wie im Basketball-Himmel. "In den USA, dem Mutterland des Basketballs zu spielen, ist ganz speziell", sagt Ute Hoffmann. "Ich habe noch nie eine solch beeindruckende Sportstätte gesehen. Herein kamen wir nur mit unserem Fingerabdruck. Acht Felder gibt es dort - und alle nur mit Basketballlinien." Untergebracht war die Ü55-Nationalmannschaft während der elf Tage in Orlando gemeinsam mit 211 anderen Nationalteams in einem Hotel im Disneyland. "Das hatte etwas von olympischer Atmosphäre", berichten die Basketball-Enthusiastinnen, die von Freunden gerne als "die Zwillinge" bezeichnet werden, weil sie sportlich viele Gemeinsamkeiten haben und in jeder Altersklasse schon den Deutschen Meistertitel gewonnen haben. Bereits seit 30 Jahren sind sie unzertrennlich, dabei waren sie zu ihrer erfolgreichsten Zeit Konkurrentinnen: Ute Hoffmann wurde 1975 mit dem Mörsenbroicher Klub Agon 08 Deutsche Meisterin, ehe sie zum TVG wechselte.

Bei der WM in Orlando setzten sich die Deutschen Nationalspielerinnen vor allem wegen ihrer besseren Kondition und Fitness durch. In der Vorrunde besiegten sie die beiden argentinischen Vertretungen sowie nach einer ausgeglichenen Partie die stark aufspielenden Tschechinnen. Im Halbfinale hatte Deutschland mit Ecuador eine lösbare Aufgabe und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. In der anderen Partie der Vorschlussrunde gewann Tschechien durch einen Wurf in letzter Sekunde gegen den amtierenden Welt- und Europameister Lettland und traf im Finale erneut auf Deutschland. Zurück in Deutschland wurden die Weltmeisterinnen dann enthusiastisch gefeiert.

Quelle: RP
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