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Grafenberg
Die kleine Attraktion am Ostpark

Grafenberg. Sarah De Diego betreibt seit einem halben Jahr das Café Mimi & Fifi in einem ehemaligen Kiosk am Brölweg. Es erfreut sich wachsender Beliebtheit, auch wenn die junge Mutter nur sechs Stunden am Tag geöffnet hat. Von Marc Ingel

Nein, Mimi und Fifi sind keine süßen Hunde, es sind noch nicht einmal Tiere. Bei den beiden handelt es sich vielmehr um ein nettes älteres Pärchen, das Sarah De Diego in ihrer Kindheit in Derendorf derart ans Herz gewachsen ist, dass sie die Nachbarn quasi als ihre Großeltern betrachtete. Als die 33-Jährige vor einem halben Jahr ihr Café am Ostpark eröffnete und nach einem Namen suchte, fielen ihr Mimi und Fifi wieder ein - und die Suche war beendet.

Mit dem Café, das war eher ein Zufall. Die Familie kaufte ein Häuschen am Brölweg, und wie sich herausstellte, gehörte die Bude - dort, wo der Brölweg einen Knick macht und eine kleine Brücke über die Düssel rüber zum Ostpark führt - zum Grundstück dazu. Die Diplom-Kauffrau erinnerte sich an ihre Jugendzeit, als sie in der Confiserie von Otto Bittner als Aushilfe arbeitete. "Die wichtigsten Handgriffe saßen also, und es war schon immer mein Wunsch, ein kleines Café zu betreiben", erzählt De Diego. Früher war dort mal ein Kiosk, doch seit rund drei Jahren stand das Häuschen leer. "Alles war ziemlich heruntergekommen, dementsprechend musste ich schon eine Menge Arbeit hineinstecken. Aber es hat sich gelohnt. Wir hätten alles weiter verfallen lassen können, aber natürlich war auch mein Ehrgeiz geweckt", sagt De Diego.

Wenn die Café-Betreiberin "wir" sagt, meint sie ihre Familie, und dazu gehören zwei noch junge Kinder. Daher hat Sarah De Diego nur eingeschränkte Öffnungszeiten, was viele Anwohner der mit gastronomischen Angeboten alles andere als gesegneten Ostparksiedlung ziemlich schade finden. Denn es hat sich schnell herumgesprochen, dass es im Mimi & Fifi mit der mintgrünen Rautentapete und dem weißen Holzmobiliar nicht nur gemütlich und fast schon ein wenig heimelig ist, sondern auch der Kuchen exzellent mundet. Montags bis freitags hat das Café von 9 bis 12 und von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr, samstags ist zu. Warum? "Der Samstag geht fürs Backen drauf, am Sonntag gibt es allein bis zu zehn verschiedene Kuchen", sagt De Diego, die wochentags immer mindestens drei verschiedene Kuchen (besonders beliebt: Carrotcake und der New York Cheesecake) anbietet. In den Morgenstunden ist das Frühstück sehr gefragt, drei verschiedene gibt es zur Auswahl.

Gerade am Sonntag ist es oft ganz schön voll im Mimi & Fifi, dann beschäftigt Sarah De Diego zwei Aushilfen. Wer keinen Platz findet, nimmt Kaffee und Kuchen eben mit und setzt sich auf Decken an die Düssel oder verfrachtet alles gleich in den auf der anderen Straßenseite liegenden Ostpark. Bei schönem Wetter baut die 33-Jährige eine kleine Terrasse mit Bierbänken und Liegestühlen vor dem Laden auf. Mittlerweile gibt es zudem eine Eistruhe. Nur selbst Eis herzustellen, der Aufwand ist ihr "noch" zu groß. Sarah De Diego denkt insgeheim schon darüber nach, die Öffnungszeiten auszuweiten, weitere Aushilfen einzustellen, aber sie bleibt vorsichtig: "Ich will mich nicht übernehmen, und die Familie hat natürlich ohnehin Vorrang. Mal sehen, wie der Frühling wird." Eines hat die junge Mutter aber dennoch schon jetzt eingeführt: Jeden Donnerstag gibt es von 9.30 bis 11 Uhr im Mimi & Fifi eine offene Hebammen-Sprechstunde.

Quelle: RP
 
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