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Grafenberg
Die Marathonis vom Grafenberg

Grafenberg: Die Marathonis vom Grafenberg
Das "Running Team" um Jürgen Haack (rechts) hat mittlerweile mehr als 150 Mitglieder. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Grafenberg. Die offene Laufgruppe "Running Team Grafenberg" macht mit viel Training aus guten Läufern echte Marathon-Profis. Von Oliver Burwig

Jürgen Haack ist ein erklärter Gegner von "Vereinsmeierei". Bei seinem Lauftreff im Grafenberger Wald gibt es deshalb weder Aufnahmeanträge noch Mitgliedsbeiträge. Zum ersten Trainingstag müssen seine Läufer nur Spaß am Laufen und Fitness mitbringen. Von einem Joggingtreff ist das "Running Team" jedoch weit entfernt, denn wer dort mitläuft, hat entweder schon den ein oder anderen Marathon hinter sich oder zumindest seinen ersten im Blick.

Einst war Haack ein Vereinslauftrainer, vorher ein Luftwaffenoffizier. Mit 57 Jahren und 35 gelaufenen Marathons ist Haack mittlerweile im "Unruhestand" und verbringt seine Zeit mit Laufkollegen auf den Strecken der Stadt. 2014 gründete er das "Running Team", das mittlerweile mehr als 150 Mitglieder zählt - unter anderem auch Prominenz wie Thomas Geisel. Nicht alle kommen zu jedem Training, neue Läufer sind gerne gesehen. "Das ist nicht unbedingt was für Anfänger", gibt Haack allerdings zu bedenken. "Wenn jemand aber ambitioniert ist und sich in unserem Wettkampfgeist wiederfindet, dann unterstützen wir ihn gerne." Auch im Winter geht das Training weiter, wenn nötig in der Halle.

Aspiranten für den großen Düsseldorf-Marathon trainiert Haack bei einem monatlichen Lauftreff am Apolloplatz, einem intensiven dreimonatigen "Laufcamp" und den regulären Treffs. Am vergangenen Marathon nahmen 18 Läufer des "Running Teams" teil. Wer am großen Tag nicht mitläuft, hilft wie Albrecht de Graat der Organisation. "Das ist ein großer Spaß, wir verbringen auch außerhalb der Lauftreffs viel Freizeit miteinander", sagt de Graat. So auch auf der gemeinsamen Fahrt zum Venloop, einem Halbmarathon in den Niederlanden, zu dem die Truppe mit 30 Läufern im Bus tourte.

"Wir sind schon sehr wettkampf- und leistungsorientiert", sagt Haack. Sieht man seine Truppe durch den Grafenberger Wald laufen, würde man auch nichts anderes vermuten. In den uniformen Sportshirts mit Sponsorenaufdruck wirken die Läufer schon beim Training wie eine professionelle Laufstaffel. An vier Tagen in der Woche - Laufwetter vorausgesetzt - treffen sich die Sportler entweder am Staufenplatz oder am Rheinpark. Haack schlägt Tempo und Strecken vor, der Dienstagstreff ist jede Woche für ein kurzes, aber straffes Laufprogramm reserviert. Auf dem Grafenberg geht es dabei über eine 1,3 Kilometer lange Hügelstrecke durch den Wald oder auf einem Kilometer über die Kastanienallee. Zur Abwechslung führt er die Laufgruppe auch mal an den Unterbacher See oder nach Lörick. "Ich achte auf ein abwechslungsreiches Training" sagt Haack. "Jeder soll auch mal die Möglichkeit haben, schöne Laufstrecken vor seiner Haustür zu entdecken."

Sabrina Wrede ist mit 27 Jahren eines der jüngsten Mitglieder der Gruppe und die zweitbeste Läuferin bei der Düsseldorfer Polizei. Bei den Straßenmeisterschaften, die die Polizei in diesem Jahr mit ihrem Brückenlauf verband, wurde sie Zweite. Selbst "pensionierte" Läufer motiviert das "Running Team" dazu, wieder in ihre Laufschuhe zu schlüpfen: "Vor fünf Jahren wollte ich mit dem Marathonlaufen aufhören", sagt Stefan Langen. Der 57-Jährige war sicher: Seine Bestzeiten würde er nie mehr erreichen. Eine Freundin animierte ihn, einmal im Team mitzulaufen. Die Gruppe hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck. "Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder beim Metro-Marathon dabei", sagt Langen.

Quelle: RP
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