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Grafenberg
Grafenberger Konditor backte für Staatsoberhäupter

Grafenberg: Grafenberger Konditor backte für Staatsoberhäupter
An der Grafenberger Allee 368 betreibt Ralph Decker inzwischen seine Konditorei. FOTO: Bernd Schaller
Grafenberg. Ralph Decker hat früher auch für Eckart Witzigmann und Lindt Sprüngli gearbeitet. Zur Ruhe gekommen ist er aber erst in Grafenberg. Von Julia Brabeck

Konditor Ralph Decker hat die ganze Welt bereist, bei vielen bekannten Gastronomen wie Eckart Witzigmann und Traditionsunternehmen wie Lindt Sprüngli in Zürich gearbeitet und für Staatsoberhäupter seine süßen Spezialitäten zubereitet. Vor 35 hat er die Selbstständigkeit gewagt und nach und nach sieben Konditoreien unter anderem auch an der Königsallee aufgebaut. "Heute muss ich mir nichts mehr beweisen und will nicht mehr so viel Stress haben", sagt der Konditormeister. Als Mietverträge ausliefen, hat er sie deshalb nicht mehr verlängert und letztendlich nur noch ein Café mit Konditorei an der Grafenberger Allee behalten. "Die Lage ist unverändert gut, und hier habe ich ganz, ganz liebe Kunden", sagt Decker.

Was er ihnen anbietet, stammt zu 100 Prozent aus eigener Herstellung. Pralinen, Teegebäck, Schokolade und Torten gehören zum Programm und füllen die Regale und die Verkaufstheke. Diese ist besonders am Wochenende oft dicht umlagert, denn dann können die Kunden zwischen 40 verschiedenen Torten wählen, die sowohl im Café verspeist oder mit nach Hause genommen werden können. Darunter befindet sich auch die Decker-Spezialtorte, eine Kreation aus Teekuchenböden gefüllt mit Pariser Trüffeln, Marzipan und Schokoladenüberzug. Aber auch die klassischen Sorten wie Frankfurter Kranz oder Sachertorte werden nach eigenen Rezepten in der angrenzenden Backstube hergestellt.

Unterstützung erhält der 60-Jährige in dem kleinen Arbeitsraum, in dem sich Bleche, Formen und Rührschüsseln stapeln, von vier Auszubildenden. "Das ist mein Steckenpferd, junge Menschen an den Beruf heranzuführen. Deshalb bilde ich bereits seit 1978 selber aus. Zudem habe ich ein Fachbuch geschrieben, das seit 30 Jahren in den Berufsschulen eingesetzt wird." Rund 70 Bewerbungen erhält Decker auf einen seiner Ausbildungsplätze, denn gerade in den letzten Jahren ist der Beruf sehr beliebt geworden. Das war nicht immer so. "Um die Jahrtausendwende wurden wir von der Industrie an die Wand gedrückt. Ich habe mich dann ganz neu aufgestellt, durch Service und besondere Leistungen überzeugt."

Einen anderen Job könnte sich Decker nicht vorstellen: "Ich liebe meinen Beruf, denn der größte Teil meiner Arbeit fließt in Dinge, mit denen ich anderen Menschen eine Freude mache."

Quelle: RP
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