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Tennis-Talent aus Düsseldorf
Jade will doch nur spielen

Tennis-Talent aus Düsseldorf: Jade will doch nur spielen
Jade Saibou spielt ihre Gegnerinnen zwar gerne einmal an die Wand, hat sich aber Bescheidenheit und Fairness bewahrt. FOTO: Anne Orthen
Grafenberg. Die neunjährige Jade Saibou von Blau-Schwarz gilt als große Düsseldorfer Tennis-Hoffnung. Die Liste ihrer Erfolge ist inzwischen lang. "Sie ist ehrgeizig. Aber eigentlich will Jade immer nur eines: spielen", sagt ihre Mutter. Von Marc Ingel

Bei der Talentiade des Sportamts testete Jade Saibou viele Sportarten. "Tennis hat mir besonders gefallen", berichtet die heute Neunjährige. "Das war ihr Schicksal", sagt ihre Mutter Jacqueline Oum. Etwaige Zweifel waren nach der Teilnahme an einem Tenniscamp 2014 schnell ausgeräumt. Kein Jahr später spielte Jade ihr erstes Turnier. "Sie hatte nur Beine und Kopf, keine Technik. Gewonnen hat sie trotzdem", blickt die Mama immer noch verblüfft zurück.

Das ist gefühlt bereits eine Ewigkeit her, denn seitdem geht es mit der Neunjährigen steil bergauf. Zuletzt gewann sie in ihrer Altersklasse U9 den Orange Cup, schlug die Gegnerinnen aus fünf Bezirken des Tennisverbandes alle zu null. Nur im Endspiel gönnte Jade der Finalistin auf der anderen Seite des Netzes zwei Spiele. Die Liste ihrer Erfolge ist inzwischen lang. "Sie ist ehrgeizig. Aber eigentlich will Jade immer nur eines: spielen. Manchmal muss ich sie bremsen", erzählt Jacqueline Oum.

Schwächen habe sie keine, "nur hin und wieder bin ich nicht so hundertprozentig konzentriert", berichtet die junge Deutsche mit Wurzeln in Kamerun. Lange hat die Familie in Frankreich gelebt, jetzt hat sie eine neue Heimat am Mörsenbroicher Weg gefunden. Von da ist es nicht weit zum TC Blau-Schwarz an der Lenaustraße, wo die Schülerin der Französischen Schule an der Graf-Recke-Straße zur Top-Spielerin heranreifte, die gerne auch mal ältere Mädchen in die Schranken weist, etwa bei der Vereinsmeisterschaft. "Wir sind stolz auf sie", sagt Clubsprecherin Corinna Scheidt. "Sie ist unheimlich beweglich - und lernt sehr schnell", ergänzt Jugendwart Antonio Teles. "Ich bin auch sehr fleißig, trainiere viermal die Woche", fügt Jade an. Für den letzten Schliff sorgte Vereinscheftrainer Jens Janssen.

Jacqueline Oum achtet bei aller Euphorie darauf, dass Tennis zu Hause kein Thema ist. "Auch mit ihren Freundinnen redet sie über andere Dinge", sagt sie. Außerdem erklärt Jade voller Überzeugung: "Ich liebe die Schule!" So etwas hört die Mutter gerne. Dennoch spielt der Sport, nicht nur Tennis, eine herausragende Rolle im Leben der Neunjährigen: Leichtathletik, dazu Koordinationstraining, sogar Wasserball hat sie schon gespielt, Fechten würde sie gerne lernen. Aber Tennis ist und bleibt die Nummer eins. "Das ist mein Job", sagt Jade gerne. Ihre Vorbilder? Zumeist Männer: "Rafael Nadal, Benoit Paire; und Roger Federer - weil er ein toller Spieler ist. Und so fair." Diesen Grundsatz beachtet Jade ebenso, wenn sie ihre Gegnerinnen wieder an die Wand gespielt hat: "Man muss Respekt haben, darf nie überheblich sein."

Quelle: RP
 
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