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Grafenberg
Jugendlicher trifft Gegner beim Tennis mit Schläger

Grafenberg. Weil er zweimal zu hitzköpfig reagiert hat, musste ein Jugendlicher (16) gestern beim Amtsgericht antreten. Dort wurde ihm fahrlässige Körperverletzung eines Tennispartners vorgeworfen und auch eine üble Pauschal-Beleidigung gegen Polizisten. Im Prozess, bei dem mit Rücksicht auf das Alter des Angeklagten kein Publikum zugelassen war, hat der 16-Jährige die Vorwürfe eingeräumt. Demnach hatte er im September 2015 nach einem verlorenen Tennismatch auf einem Club-Trainingsplatz nahe Grafenberg seinen Schläger derart wutentbrannt mit voller Wucht in Richtung Netz geschleudert, dass das Sportgerät dort seinen gleichaltrigen Tennispartner traf.

Der Matchgewinner wurde von dem Schläger im Gesicht getroffen, erlitt Verletzungen an Lippe und Oberkiefer sowie ein Frontzahntrauma, das ihn einen Schneidezahn kostete und eine langwierige Dentalbehandlung nötig machte. Zwar hatte der Angeklagte das alles nicht bewusst und gewollt herbeigeführt, aber schon eine fahrlässige Körperverletzung ist strafbar. Zusätzlich hatte der Angeklagte drei Monate später in der Silvesternacht aus einem Wohnungsfenster heraus noch Polizisten beschimpft, die vor dem Haus gerade im Einsatz waren. Alle Polizeibeamte als "Bastards" zu bezeichnen, brachte ihm jetzt den Vorwurf der Beleidigung ein. Auch das hat der 16-Jährige hinter verschlossenen Türen zugegeben. Als Sanktion verhängte der Jugendrichter 30 Arbeitsstunden, außerdem muss der 16-Jährige schriftlich bei den Einsatzbeamten und bei seinem Tennispartner um Entschuldigung bitten. Zudem ordnete der Richter an, dass sich der 16-Jährige nach besten Kräften um Schadensausgleich für den verletzten Tennispartner bemüht.

(wuk)
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