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Grafenberg
Ludenberger Straße macht sich

Grafenberg. Früher war die Ludenberger Straße in Gerresheim nur als Durchfahrtsstraße bekannt. Neue Geschäfte und nachbarschaftliche Kooperationen könnten das nun ändern. Von Anne Kleinmann

Die Ludenberger Straße kennen viele nur als Durchfahrtsstraße. Die meisten Geschäfte mussten dort wegen mangelnder Kundschaft aufgeben. Nun könnte sich die Straße auch dank einer neu entstandenen Nachbarschafts-Kooperation entwickeln.

Das Geschäft Seelhorst unterhält bereits seit 2003 einen Laden an der Ludenberger Straße 3. Bisher läuft das Unternehmen, das sich auf Wandgestaltung spezialisiert hat, gut. "Wir sind stolz, dass wir uns hier so lange halten können", sagt Inhaber Christian Seelhorst. Vor etwa einem Jahr kam das unter anderem auf Innenausstattungen spezialisierte Geschäft "Fausel, Biskamp" hinzu. Die Inhaber verließen dafür ihren 4000 Quadratmeter großen Laden mitten in der Innenstadt und eröffneten ein neues Fachgeschäft an der Ludenberger Straße 11. "Vorher hatten wir eine sehr große Ausstellungsfläche für Accessoires. Diese werden aber immer mehr im Internet gekauft, weshalb uns die Fläche zu groß wurde", sagt Marc Neise, der das Unternehmen leitet. Besonders die ruhige Atmosphäre, die durch die Platzierung des Fachgeschäftes im Hinterhof geschaffen wurde, schätzt er. In ein weiteres Gebäude soll außerdem bald die Näherei Faust einziehen.

Bald wird das Angebot an der Ludenberger Straße noch weiter wachsen. Ab dem 15. September will das Geschäft Faust, eine Tochterfirma von "Fausel, Biskamp", mit seinem Laden ebenfalls an die Straße ziehen. Durch die Kooperation mit "Fausel, Biskamp" bietet sich die Nachbarschaft an. "So haben wir nun kürzere Wege und auch die Kunden kommen mit", sagt Markus Hepp, der das Geschäft leitet. Zusammen mit dem Möbelrestaurator Holger Meckenstock wird das Geschäft in ein extra dafür restauriertes Haus an der Ludenberger Straße 30 einziehen. Beide wollen sich das Haus und die beiden Showrooms zur Straße hin teilen.

Für Holger Meckenstock war die Entscheidung, einen Laden an der Straße aufzumachen, auch eine emotionale: "Bereits vor Jahren ist mir das Haus aufgefallen und ich bin ständig daran vorbeigefahren. Durch die Renovierung des Hauses kann ich meine Arbeit nun von außen präsentieren und innen meine Objekte ausstellen."

In der Vergangenheit war die Ludenberger Straße ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, auf der Reisende ihre Pferde tränken oder auswechseln konnten. Auch als Ausgehviertel war die Straße bekannt. Heute erinnern daran noch einige Tanzsäle, die bis heute erhalten geblieben sind.

Das gastronomische Angebot hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt. So übernahm Marco Tatti vor etwa eineinhalb Jahren ein leerstehendes Restaurant in der Benderstraße und eröffnete dort eine neue Pizzeria. "Bisher laufen die Geschäfte sehr gut", sagt der Inhaber. Auch Seelhorst und Neise nutzen das gastronomische Angebot oft: "Manchmal hole ich Antipasti, um mit meinen Kunden eine Pause zu machen", erzählt Neise. Auch das Ehepaar Seelhorst führt seine Kunden gerne zu dem Italiener. Dieser profitiert wiederrum auch von dem Kabarett Flin, das ebenfalls erst vor eineinhalb Jahren an der Ludenberger Straße eröffnet hat. Viele Kunden würden vor der Vorstellung zu ihm ins Restaurant kommen, erzählt der Italiener.

Dass die Firmen "Fausel, Biskamp" und Seelhorst Nachbarn sind, sehen beide positiv. Die Unternehmer schicken ihre Kunden gerne zum jeweils anderen Geschäft. Auch Meckenstock und Hepp glauben, dass sie von der Nachbarschaft profitieren werden. Neue Kundschaft könnte auch durch die Neubaugebiete entstehen, sagen die Betreiber.

"Diese Straße hat auf jeden Fall Entwicklungspotenzial. Und ich kann mir vorstellen, dass noch mehr Geschäfte kommen werden", sagt Christof Seelhorst optimistisch.

Quelle: RP
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