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Grafenberg
Milde Strafe für Suchtkranken

Grafenberg. Er hatte einen schlafenden Mann in dessen Haus bestohlen.

Während der Hausbesitzer schlief, war im August ein 34-Jähriger ins Schlafzimmer des Mannes eingedrungen, hatte dessen Smartphone vom Nachttisch und weitere Wertsachen aus der Wohnung mitgenommen und war dann im Mercedes-Coupé des Opfers geflüchtet. Bevor er sich dafür gestern vor Gericht verantworten musste, verabredeten der Richter, die Staatsanwältin und der Verteidiger des vielfach vorbestraften Iserlohners, ihm auch bei einer weiteren, gesondert angeklagten Tat mit dem Strafmaß entgegenzukommen.

Der 34-Jährige, der durch Handyortung gefasst worden war, gab denn auch beide Taten zu. Dem Gericht war seine Geschichte aus zahlreichen Akten gut bekannt: Mit zwölf Jahren hat der Iserlohner angefangen, Haschisch zu konsumieren, ein Jahr später nahm er bereits LSD und Ecstasy, seit 14 Jahren ist er abhängig von Kokain und Heroin. Er hat die Mittlere Reife trotzdem noch geschafft, eine Ausbildung aber nie angefangen - sein Leben war bestimmt von Drogen und davon, diese zu finanzieren. Nach dem Einbruch in Grafenberg war er im Auto des Opfers direkt zum Worringer Platz gefahren, um sich Rauschgift zu besorgen. Die Beute hatte er nicht mehr zu Geld machen können, nach seiner Festnahme bekam der Eigentümer alles zurück. Ein Laptop und Schmuck aus der zweiten Tat dagegen hatte er da längst versetzt.

17 Mal ist er vorbestraft, saß mehrere Jahre in Haft, Therapieversuche scheiterten bislang. Jetzt will er ernsthaft seine Sucht bekämpfen, versprach er. Das Urteil deshalb: zwei Jahre und drei Monate. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, jetzt muss sich der 34-Jährige um eine Therapie bemühen.

(sg)
 
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