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Grafenberg
Streit wegen Hochwasserschutz

Grafenberg. An der Nördlichen Düssel zwischen Flingern und Grafenberg soll ein 1,7 Millionen Euro teures Bauprojekt umgesetzt werden. Die Grafenberger fühlen sich aber nicht nur schlecht informiert, sondern auch klar benachteiligt. Von Marc Ingel

Die Grafenberger fühlten sich überrumpelt, als sie von der geplanten Hochwasserschutzmaßnahme an der Düssel entlang der Altenbergstraße erfuhren. Zwar wurde das Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von 1,7 Millionen Euro in der Bezirksvertretung 2 (Flingern/Düsseltal) vorgestellt, "uns hat aber niemand informiert oder gar gefragt", heißt es von Seiten des Bürger-Vereins Grafenberg, der aus diesem Grund jetzt zu einem gut besuchten Informationsabend eingeladen hatte. Hintergrund: Die Grenze zwischen den Stadtbezirken 2 und 7 (mit Grafenberg) verläuft durch die Altenbergstraße.

Gegenstand der Planung ist der Ausbau des Hochwasserschutzes an der Nördlichen Düssel im Bereich der Altenbergstraße zwischen der Grafenberger Allee und der Eisenbahnlinie auf einer Länge von rund 540 Metern. Ziel des Bauvorhabens ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes für die angrenzende Bebauung (Wohnhäuser an der Altenbergstraße, Einrichtungen der Graf-Recke-Stiftung, Vereinsgelände des Sportclubs DSD). In Teilbereichen sind zudem strukturverbessernde Maßnahmen am Gewässer wie das Anlegen einer Sekundäraue, die Schaffung einer amphibischen Uferzone oder die Modellierung eines Erdbunkers als Fledermaushabitat geplant.

So weit, so gut. Ein mulmiges Gefühl bekamen die Mitglieder des Bürger-Vereins allerdings, als sie erfuhren, dass die Mauer entlang von DSD- und Graf-Recke-Gelände 40 Zentimeter höher als die zur Altenbergstraße werden soll. "Wenn die Düssel dann doch mal überläuft, dann in die Straßen, Gärten, Keller oder Garagen zwischen Düssel und Bahndamm", kritisiert Vorstandsmitglied Albert Schröder.

Bei der Informationsveranstaltung mit Kristian Lütz, Abteilungsleiter im Stadtentwässerungsbetrieb, sollte das ein oder andere Missverständnis ausgeräumt werden. Was bedingt gelang, erklärte Schröder im Anschluss. "Der Handlungsbedarf auf der anderen Seite der Düssel ist offenbar gegeben, verwaltungsseitig ist daran nicht zu rütteln. Dass der Hochwasserschutz auf unserer Seite zehn bis 15 Zentimeter höher angelegt wird, als ursprünglich geplant, sei bereits ein Entgegenkommen, hat man uns erläutert." Als ein Knackpunkt habe sich die kleine Brücke in Höhe des DSD-Geländes erwiesen, die dann höher gebaut werden müsse. Bisher seien dort nur wenige Stufen zu bewältigen, es könnten nach einem Neubau aber bis zu 18 werden. Das wiederum sei vor allem den vielen Kindern, die diesen Überweg mit ihren Fahrrädern nutzen, ebenso wenig wie Eltern mit Kinderwagen zuzumuten. "Die Stadt will aber einlenken und die Planung überdenken, die Brücke breiter und womöglich abgewinkelt anlegen", zeigt sich Schröder zufrieden. Ob das Bauvorhaben aber überhaupt so schnell umgesetzt wird, erscheint fraglich. Von einem Baubeginn im Oktober sei man bereits abgewichen, erzählt Schröder. "In Höhe Erkrath hat man neue Überflussgebiete ausgemacht, wo die Düssel sich bei Hochwasser ausbreiten könnte, dann würde natürlich auch bei uns weniger Wasser ankommen", so das Vorstandsmitglied. Zunächst müssten diese neuen Berechnungen abgewartet werden, der Baubeginn verzögere sich mindestens bis Januar.

Quelle: RP
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