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Hafen/Pempelfort
Anfänger dürfen über die Brücke abkürzen

Hafen/Pempelfort. Die Rheinpark Runners drehen immer am Donnerstagabend ihre Trainingsrunden. Danach geht's ans Fortuna-Büdchen. Von Falk Janning

Babs Schulz mag am Laufen das Miteinander statt das Gegeneinander. Die 43-Jährige, die im Hafen wohnt, hatte deshalb vor vier Jahren gemeinsam mit dem Triathleten Christian Frenssen die Idee, eine Laufgruppe zu gründen. Das war die Geburtsstunde der Rheinpark Runners. Seitdem trifft sich die stetig wachsende Gruppe jeden Donnerstag um 19.30 Uhr am Mäuerchen gegenüber des Biergartens an der Rheinterrasse, um eine Runde zu drehen.

Mehr als 20 Frauen und Männer gehören derzeit zu den leidenschaftlichen Läufern. "Uns unterscheidet von vielen anderen Gruppen, dass wir das Laufen absolut nicht verbissen sehen", sagt Babs Schulz. "Ich bin wie viele andere in der Gruppe eher der Volkslauf- denn der Meisterschafts-Typ." Die Stimmung sei deshalb sehr gut, das Miteinander stehe im Vordergrund, es gebe kein Konkurrenzdenken.

Daran habe sich auch dadurch nichts geändert, dass sich einige ambitionierte Läufer der Gruppe angeschlossen hätten. "Alle haben ihre Lockerheit behalten. Wir haben eine supernette Truppe beisammen", so Babs Schulz. Jan Peiniger, der fast von Beginn an dabei ist, gehört zu den starken Läufern. Vor anderthalb Wochen absolvierte er mit Erfolg seinen ersten Ironman in knapp zehn Stunden und wurde beim ersten Training nach seinem erfolgreichen Lauf von seinen Kameraden begeistert in Empfang genommen. Sie bildeten bei der Ankunft des Triathleten zum Trainingsbeginn als Begrüßung ein Spalier, feierten den Sportler mit einer La-Ola-Welle und überreichten ihm ein Präsent.

Die Rheinpark Runners absolvieren an ihren Donnerstagen meist die 8,5 Kilometer lange Runde über die Theodor-Heuss-Brücke nach Oberkassel, über die Kniebrücke in die Altstadt und über die Rheinpromenade. Für Anfänger ist auch die Abkürzung über die Oberkasseler Brücke möglich. "Das Wichtigste: Laufen soll Spaß machen, und das in jedem Trainingszustand", sagt Babs Schulz. "Jeder sollte auf sein Körpergefühl achten und nur so schnell laufen, wie er sich gerade fühlt." Maßgeblich für die richtige Belastung sei die Atmung: "Man läuft immer dann im richtigen Tempo, wenn Gespräche mit den Mitläufern immer noch problemlos möglich sind." Bis zur Theodor-Heuss-Brücke bleiben die Rheinpark Runners in der Regel zusammen, dann bilden sich in der Regel verschiedene Gruppen. Die ambitionierten Läufer, die auch vorher schon ein paar Kilometer abgespult haben, laufen voraus, eine mittlere und langsamere Gruppe folgt. "Krönender Abschluss des Abends ist das obligatorische Treffen am Fortuna-Büdchen." Oberhalb des Tonhallenufers treffen sich die Sportler bei einem Alt oder einer Limo.

Babs Schulz konnte sich früher nicht vorstellen zu laufen. Sie war leidenschaftliche Mountainbike-Fahrerin bis sie eine Schulterverletzung stoppte. "So bin ich zum Laufen gekommen. Heute kann ich gar nicht mehr ohne. Das Beste ist das Erlebnis in der Natur, das Spüren des eigenen Körpers." Ähnlich empfindet es Yvonne Landmann. Sie läuft seit zehn Jahren. Während ihrer Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten bei der AOK hat sie ihre neue Leidenschaft entdeckt. Und seit einigen Monaten ist sie mit den Rheinpark Runners unterwegs, die auch im Winter bei Minusgraden ihre Runde laufen. Gerne zeigen die Läufer, dass sie zusammen gehören, und streifen sich ihre bedruckten T-Shirts über. "Wir sind so schön stylisch unterwegs, das gefällt mir", sagt die Frau, die in den vergangenen Jahren immer ehrgeiziger wurde und im April in Hamburg mit Erfolg und in knapp vier Stunden ihren ersten Marathon absolvierte. Die Mit-Dreißigerin ist zwar unter der Woche auch mal alleine auf der Laufstrecke unterwegs, doch sie genießt bei den Rheinpark Runners das Gefühl der Gruppe. "Laufen ist für mich Spaß und Ausgleich. Schön finde ich, dass alle ihr Tempo finden."

Quelle: RP
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