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Hafen
Papierfabrik-Abriss wieder verschoben

Hafen: Papierfabrik-Abriss wieder verschoben
Das Architektenbüro Greeen ist mit den Planungen für das Logistikzentrum beauftragt worden. Ein dreigeschossiges Bürogebäude mit Flachdach soll entstehen. FOTO: greeen
Hafen. Eigentlich sollten am Montag die Bagger anrücken. Die Genehmigung von der Bauaufsicht liegt vor. Weil die Bezirksvertretung den Beschluss für den Bauantrag verschoben hat, hat der Investor die Arbeiten gestoppt. Von Nicole Kampe

Für Markus Mertens war der Besuch in der Bezirksvertretung 3 eigentlich nur noch Formsache, eine Einigung für den Abriss der Papierfabrik im Hafen bestünde zwischen Bauaufsicht und den Neuss-Düsseldorfer Häfen, sagt der Chef der Rialto Capital AG. "Es gibt einen unterschriebenen Erbpachtvertrag, wir haben alle Vorgaben erfüllt", so Mertens. Doch der Investor hat die Rechnung offenbar ohne die Stadtteilpolitiker gemacht, die in ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr keine Baugenehmigung beschließen wollten. "Ich war erschrocken und enttäuscht", sagt Mertens, dem seit Anfang dieser Woche die Abrissgenehmigung vorliegt. Um den Prozess zu beschleunigen, engagierte er bereits ein Abrissunternehmen, das am kommenden Montag hätte anrücken sollen.

"Den Abriss haben wir aber nicht verschoben, nur den Bauantrag", sagt Dietmar Wolf von den Grünen und zweiter stellvertretender Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 3. Weil sich der Bauantrag nur auf den Neubau eines dreigeschossigen Bürogebäudes auf dem Gelände bezog, nicht aber auf die geplanten Logistikhallen, drängte vor allem die SPD auf eine Vertagung, zu viele Fragen sind für die Fraktion offen geblieben. So ist die Hafennutzung ein Thema, "uns Grüne interessiert, welcher Art die geplante Logistik ist", sagt Wolf, der ein Innenstadt entlastendes Logistik-Verteil-Konzept bevorzugen würde. Weil zu viel Zeit vergehen würde bis zur nächsten Sitzung am 30. Januar 2018, hat Wolf in Abstimmung mit dem Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU) Markus Mertens zum Gespräch mit Vertretern der BV3 eingeladen. Der Termin soll noch in der nächsten Woche stattfinden. "Danach könnte sofort grünes Licht gegeben werden", sagt Wolf.

Über den Stillstand auf dem Gelände ist nämlich auch die Politik nicht glücklich. "Wir wollen aber keine zwei Millionen Euro investieren, wenn wir nicht wissen, wann wir bauen dürfen", sagt Mertens. Gleichzeitig bedeutet der Stillstand für ihn Mehrkosten von 20.000 Euro, als Investor ist er verantwortlich, dass das Gelände verkehrssicher ist. Zu viel ist schon geschehen in der Papierfabrik - Brandstiftungen, Einbrüche, ein 16-Jähriger, der im März einer Schülerin in der Ruine die Kehle durchschnitt, zwei Jugendliche, die sich beim Sturz in die Tiefe schwer verletzten.

"Auf der Mipim ist das Projekt vorgestellt worden, auf der Expo Real auch", sagt Markus Mertens, "und jetzt fangen wir wieder bei Null an". Der Investor fühlt sich ausgebremst. Dabei sollen die Logistikhallen erst später gebaut werden. Gespräche führt Rialto bereits, es gebe drei bis vier durchaus solvente Partner. Gerne hätte Mertens mit ABC-Logistik zusammengearbeitet, das Unternehmen betreibt bereits einen Standort im Hafen. Auch für Dietmar Wolf wäre die Firma "optimal, nicht nur wegen der Gewerbesteuer für Düsseldorf", sagt der Grünen-Politiker. Geschäftsführer Holger te Heesen aber winkt ab: "Wir bauen im Hafen mit Panattoni , aber nicht auf dem Gelände der Papierfabrik, sondern neben unserem Firmensitz am Fallhammer 15", sagt er. Die Papierfabrik sei mal Thema gewesen, aber das dreieckige Grundstück mit seinem Bahngleis "macht für uns keinen Sinn", so te Heesen.

Quelle: RP
 
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