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Hamm/Bilk
Großes Interesse an Bauplänen für Hamm

Hamm/Bilk. Mehr als 250 Besucher haben sich gestern Abend darüber informiert, wie sie ihre Vorstellungen zur Erschließung und Wohnbebauung im Stadtteil einbringen können. Im Vorfeld hatte es Kritik an den Planungen der Stadt gegeben. Von Semiha Ünlü

Ruth Orzessek-Kruppa, die Leiterin des Düsseldorfer Planungsamts, steht dort, wo sie schon vor mehr als zweieinhalb Jahren gestanden hatte: in der Aula des städtischen Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Und wieder geht es um die Pläne der Stadt zur Erschließung und Wohnbebauung in Hamm, um das sogenannte Projekt "Beiderseits hinter der Böck". "Anfang 2013 hatten Sie uns hier in einem sehr frühen Stadium der Öffentlichkeitsbeteiligung gesagt: ,Wir möchten die Planung anders haben.' Und Sie sehen, es hat sich gelohnt, denn jetzt sind wir wieder hier und wollen mit Ihnen gemeinsam die Pläne entwickeln und umsetzen."

Wie die Bewohner des Stadtteils ihre Ideen und Vorstellungen in die Pläne der Stadt einbringen können, haben Thomas Scholle und Marco Eissing von der Firma "plan-lokal" den gut 250 Besuchern in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums erklärt. Vorgesehen ist ein mehrstufiges Verfahren. So wird es bereits am kommenden Freitag einen Vor-Ort-Termin geben, bei dem sich ein Planungsteam mit Anwohnern einen Überblick verschaffen will über die örtlichen Gegebenheiten. Das Interesse an dem Rundgang ist groß: Bereits zum Auftakt der Veranstaltung schreiben sich viele Besucher in die Teilnahmeliste ein. Am Samstag wollen vier Planungsteams mit den Hammern dann in einem bis zu dreistündigen Workshop in der Aula des Scholl-Gymnasiums städtebauliche Ideen und Konzepte entwickeln.

Die Stadt hat ein großes Interesse an dem gut 22 Hektar großen Areal in Hamm zwischen Aderkirchweg, Fährstraße, Auf den Steinen und Hinter der Böck: Es gibt keinen anderen Ort in Düsseldorf, an dem es noch so große Freiflächen gibt. Die Stadt will den Ort deswegen neu erschließen und bebauen. Doch bereits am Anfang der Planungen waren die Stadtplaner auf Widerstand bei den Hammern gestoßen, die lieber den dörflichen und landwirtschaftlichen Charakter ihres Stadtteils behalten wollen. Teams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten sollen im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung deswegen nun mit Anliegern, Eigentümern und weiteren Betroffenen Konzepte entwickeln.

Berücksichtigt werden sollen dabei auch neue Radwege und zusätzliche Spielflächen, denn viele Familien lassen sich zunehmend in dem dörflichen und dennoch zentralen Stadtteil nieder. Einige Anwohner geben in der Aula zu bedenken, dass wenn mehr Wohnraum in Hamm entstehen soll, die Kapazitäten der Schule erweitert werden müssten. "Die Kita haben wir schon mal prophylaktisch eingeplant", sagt Ruth Orzessek-Kruppa. Bevor man über Erweiterungen von Schulen rede, müsse man aber erst mal die Planungen abwarten. Doch sie versichert: "Die Mehrbelastung in Hamm soll verträglich abgewickelt werden, das gilt auch für die Verkehrsplanung. Und bei den Planungen wollen wir eine, die zum Stadtteil passt."

Am 19. Januar 2016 sollen die erarbeiteten Konzepte vorgestellt, ein Siegerentwurf ermittelt und dann den politischen Gremien vorgestellt werden.

Quelle: RP
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