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Hamm
Hammer wollen auch mitentscheiden

Hamm. Anwohner und Gewerbetreibende bitten Oberbürgermeister Thomas Geisel und Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa um einen Platz in der Empfehlungskommission zum umstrittenen Bauprojekt im dörflichen Stadtteil. Von Semiha Ünlü

Die Sorge , dass die von der Stadt geplante Wohnbebauung den dörflichen und gärtnerisch-landwirtschaftlichen Charakter des Ortes zerstören könnte, sitzt bei vielen Hammern tief. Viele von ihnen nutzen daher die Chance, über die Öffentlichkeitsbeteiligung, mit der die Stadt auf die Sorgen und Bedenken reagiert hat, ihre Ideen und Vorstellungen an eine mögliche Bebauung einzubringen. Mehr als 250 Hammer haben an der Auftaktveranstaltung Ende Oktober teilgenommen, viele auch an der Vor-Ort-Begehung und Planungswerkstatt mit den Planern. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf und dass wir die Chance haben, unsere Vorstellungen einzubringen", sagt Daniel Leuchten vom Fördervereins Hamm. Mit der Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft und dem Gartenbauverband Düsseldorf repräsentiert der Verein einen Großteil der Anwohner und Gewerbetreibenden vor Ort. Und gemeinsam bitten die Vereine die Stadt nun um Mitspracherecht bei der Auswahl eines Konzepts.

"Wir regen eine Erweiterung der Empfehlungskommission um Vertreter aus der Hammer Bürgerschaft an. Wir halten das für sinnvoll, um eine breite Mehrheit zu vertreten", sagt Leuchten. Nur mit einem Platz in der Kommission, die am 19. Januar 2016 einen Siegerentwurf ermitteln wird, könne man sicherstellen, dass der Charakter des Stadtteils erhalten und - wenn es zu einer Bebauung kommen sollte - diese "maßvoll" und "Schritt für Schritt" erfolgen werde. In einem Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel und Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa haben die Vereine diese Bitte geäußert, bislang aber noch keine Antwort erhalten.

Auf RP-Anfrage sagt Ruth Orzessek-Kruppa, dass man sich mit dem Anliegen der Hammer beschäftigt habe, dem Wunsch nach einem Platz in dem Gremium aber aus verschiedenen Gründen nicht nachkommen könne. So folgt man bei der Zusammensetzung speziellen Vorgaben und diese sehen vor, dass jede Fraktion aus dem Rat mit je einer Person beziehungsweise auch mit je einem Stellvertreter in der Kommission vertreten ist. Zusätzlich werden ein externer Fachexperte und ein Landschaftsplaner hinzugezogen. Auch Orzessek-Kruppa hat einen Sitz. Sie weist darauf hin, dass die politischen Gremien im Stadtrat bereits "auf ihre Macht verzichteten", um den Hammern eine Mitwirkung an dem geplanten Bauprojekt zu ermöglichen. Über das Projekt entscheiden werde wie gewohnt aber die Politik.

Die Empfehlungskommission solle man in ihrer Funktion zudem "nicht überbewerten", meint die Leiterin des Planungsamts. Sie sei als eine Art "Filterinstanz" zu verstehen, die einen Entwurf auswählt, gegebenenfalls auch Änderungsvorschläge einbringt. Doch die Entscheidung, ob das Projekt in Hamm umgesetzt wird und in welcher Form, werde letztlich auf politischer Ebene gefällt.

"Wir wollen sicherstellen, dass in Hamm nicht wie in Itter überall gleichaussehende und dicht aneinandergebaute Häuser entstehen. Die Struktur unseres Stadtteils hat sich über viele Jahrzehnte entwickelt und sollte nicht auf einen Schlag verändert werden", sagt Leuchten. Wenn am 23. November die Zwischenpräsentationen vorgestellt werden, werden deswegen sicherlich wieder viele Hammer in der Aula der Geschwister-Scholl-Schule sitzen und mitdiskutieren.

Quelle: RP
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