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Hassels
Bewegt älter werden

Hassels. Das Programm des Landessportbundes bietet mehr Bewegungsangebote für Senioren. An einem dreistündigen Kursus nahmen Senioren im Alter von 70 bis 93 Jahren teil und waren begeistert. Von Tino Hermanns

Axel Scherschel steht in der Mitte des Kreises. Mit lauter Stimme sagt der Mitarbeiter des Stadtsportbundes (SSB): "Jeder von Ihnen hat drei Bälle bekommen. Ich zähle von drei runter und bei eins versuchen Sie, immer einen Ball in den Korb zu werfen. Mal sehen, wie oft Sie treffen. Drei, zwei ..." Eins braucht der Diplom-Sportlehrer gar nicht mehr zu sagen, denn die Bälle fliegen bereits in Richtung Korb.

Scherschel kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, denn es sind keine Kinder, die sich vor Übermut nicht zügeln können, sondern eine Seniorenriege im Alter zwischen 78 und 93 Jahren. "Im Spiel vergisst man vieles. Es kommt auch Ehrgeiz durch, man will es schaffen. Dann sind Bewegungen problemlos möglich, die im Alltag Schwierigkeiten bereiten", erläutert Norbert Koch. Er ist Mitarbeiter im Landesprogramm "Bewegt Älter werden" und im Auftrag des Landessportbundes (LSB) unterwegs. Koch leitet auf Einladung des SSB den dreistündigen Bewegungskursus für Senioren im Gesundheitszentrum "Hassels Fit".

Gekommen sind Bewohner des Seniorenheims St. Antonius, drei Damen eines SSB-Frühschwimmerkurses und Teilnehmer einer externen Sportgruppe. "Es gibt ein breites Spektrum in der Gruppe. Es ist ein Schlaganfallpatient mit einer Lähmung dabei, Demenzkranke, aber auch vergleichsweise fitte Senioren", sagt Koch. Für ihn kein Problem, denn er besitzt einen riesigen Fundus an Übungen.

Und wer die gespannt, konzentriert, gelöst und lächelnden Gesichter der bewegten Senioren gesehen hat, weiß: Koch hat den richtigen Ton und die richtigen Übungen getroffen.

Dabei langweilt der Mann vom LSB die Gruppe nicht mit wissenschaftlichen Erklärungen, sondern sorgt dafür, dass sich jeder Einzelne im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegt und dabei unmerklich die scheinbaren Mobilitätshemmnisse verschiebt. "Bewegung ist der Schlüssel zu einem gesunden und langen Leben. Ohne Bewegung bekommt man das nicht hin", sagt Koch. "Man kann und sollte in jedem Alter anfangen. Selbst wenn man erst mit 80 mit der Bewegung anfängt, hat das positive Auswirkungen auf Körper und Hirn."

Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass Bewegung das Fortschreiten von Demenzerkrankungen verlangsamt. Dabei hat die Bewegung für hochbetagte Senioren überhaupt nichts mit Leistungssport zu tun. Etwas für sich, für Körper und Geist und damit für die Lebensqualität zu tun, funktioniert bereits mit kleinen Übungen. Beispielsweise Cross-Boccia-Bälle (kleine, meist mit Sand gefüllte Stoffhüllen) von der linken und die rechte Hand und dann weiter an einen Nachbarn geben oder den Ball eben in einen Korb werfen.

Quelle: RP
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