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Hassels
Engagement für Wohnheim in Hassels

Hassels: Engagement für Wohnheim in Hassels
Die Ehrenamtler Beata Burnecki (v.l.) , Julia Franke, Eva Gößling, Ute Clevere und Thinh Nguyen suchen Fahrradspenden, gerade auch für die Kinder wie Arifka, Arif, Sanedin und Chamed. FOTO: Olaf Staschik
Hassels. In Hassels engagieren sich Bürger ehrenamtlich für die Flüchtlinge im Matthias-Claudius-Haus der Diakonie. Zurzeit organisieren sie ein Sommerfest für die Bewohner des Hauses. Das ist für den 25. Juli geplant. Von Ilka Kultscher

Wieder sind bei dem Treffen der Aktivitäten-Gruppe der Ehrenamtler einige Neue dabei. Doch die meisten Mitglieder kennen sich zumindest über den E-Mail-Verteiler. Diesmal steht in der Flüchtlingsunterkunft Stargarder Straße 3 die Planung des Sommerfestes am 25. Juli für die Bewohners Hauses auf dem Programm.

Ursprünglich sollte dafür ein Spiele-Aktionsbus kommen. Doch Eva Gößling vom Düsseldorfer Förderverein "Kinderstern" berichtet, dass sie selbst Spiele-Klassiker wie Eierlaufen und Sackhüpfen anbieten möchte. Dieser Vorschlag bietet Anlass zur Diskussion und spontan hat die Gruppe reichlich Ideen gesammelt. "Eigentlich können wir das Programm auch komplett selber gestalten", meint darauf Ute Clevers, Ehrenamts-Koordinatorin der Diakonie.

Der Ablauf des Festes ist dann schnell zusammengestellt. Höhepunkt des Tages soll der Besuch von "Hallo Fahrrad" sein. Dann rollt Armin Dörr mit seinem Bus auf das Gelände und repariert (dort, wo es notwendig ist) mit seinen Helfern gespendete Fahrräder. Viele dieser Zweiräder sind mit einigen Handgriffen schnell wieder verkehrstüchtig. Das Team möchte anschließend die Räder an die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft verteilen. Ute Clevers hofft für diese Aktion noch auf Räder-Spenden. "Und Fahrrad-Helme können wir auch noch dringend gebrauchen", ergänzt Eva Gößling.

Aus 15 Mitgliedern besteht die Gruppe der Hasselser freiwilligen Helfer zurzeit. Die Motive für ihr Engagement sind zwar ganz unterschiedlich, doch haben sie alle den gemeinsamen Wunsch, den Flüchtlingen zu helfen. Einer von ihnen ist Thinh Nguyen, der jüngste in der Gruppe. Er kam als kleiner Junge aus Vietnam nach Deutschland.

Martina Bleser-Lamers kennt das Matthias-Claudius-Haus bereits seit 30 Jahren. "Hier war erst ein Kinderheim und dann eine Behinderten-Einrichtung", berichtet sie. Die ausgebildete Erzieherin hat dort lange gearbeitet. Als die behinderten Bewohner einzogen, gab es unter den Anwohnern auch viele Vorbehalte gegen die neuen Nachbarn. "Doch diese haben sich dann in Wohlgefallen aufgelöst", sagt sie.

Die Hasselser Rechtsanwältin Katja Hamkens ist seit Beginn an bei den freiwilligen Helfern. Bestärkt in ihrem Entschluss, sich ehrenamtlich zu engagieren, wurde sie durch vorherrschende Ressentiments seitens einiger Bewohnern des Stadtteils. Über diese Töne sei sie sehr bestürzt gewesen, berichtet sie von ihren Eindrücken bei einer Versammlung in der Stargarder Straße.

Eigentlich habe sie sich für eine Patenschaft interessiert. "Als Rechtsanwältin kann ich zum Beispiel bei Behördenangelegenheiten helfen", sagt Hamkens. Außerdem möchte sie gerne persönliche Kontakte zu einer Flüchtlings-Familie pflegen. Doch bis die potenziellen Paten tätig werden können, müssen noch einige bürokratische Hürden genommen werden.

Also arbeitet sie bis dahin in der Hasselser Aktivitäten-Gruppe. Neben dem Sommerfest, das die Gruppe zurzeit vorbereitet, hat sie bereits andere Freizeit-Aktivitäten mit und für die Bewohner der Unterkunft organisiert.

Als sehr gelungen beurteilt die Juristin zum Beispiel das gemeinsame Kochen an der Stargarder Straße. "Das wollen wir auf jeden Fall wiederholen." Bei dieser Gelegenheit stellte Hamkens fest, dass es den Flüchtlingen an ganz banalen alltäglichen Gegenständen wie zum Beispiel Tellern und Töpfen fehlt. "Über Geschirr-Spenden werden wir uns wirklich freuen", betont Katja Hamkens.

Quelle: RP
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