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Hassels
Mehr Lebensraum für Senioren

Hassels: Mehr Lebensraum für Senioren
FOTO: Olaf Staschik
Hassels. Das DRK-Altenheim an der Potsdamer Straße wird kernsaniert. Um das finanzieren zu können, wurde das Haus an einen Investor verkauft, der saniert und vermietet dann zurück an das DRK. Im September sollen die Bewohner einziehen. Von Ina Armbruster

Das Bad ist geräumig, die Fliesen freundlich hell, die Dusche ist zwischen Toilette und Waschbecken mittig an der Wand montiert. Diana Suljagic ist begeistert. Die Pflegedienstleiterin des DRK-Altenpflegeheims an der Potsdamer Straße weiß: "Die Dusche in der Mitte hat gleich zwei Vorteile. Zum einen können die Pfleger die Bewohner von allen Seiten gut versorgen, zum anderen fühlen sich die Senioren nicht so eingeengt in einer Ecke des Raumes."

Doch die neu gestalteten Bäder sind nur kleine Details eines riesigen Umbauprojekts. Anfang vergangenen Jahres sind die Bewohner von der Potsdamer Straße vorübergehend in eine Einrichtung an der Ludwig-Beck-Straße umgezogen. Seitdem wird das Gebäude in Hassels kernsaniert.

Bisher gehörte das Haus dem Deutschen Roten Kreuz, nun hat es die First Retail Consult GmbH aus Bielefeld übernommen. Das Unternehmen finanziert den Umbau und vermietet das Haus anschließend wieder an das DRK. "Bisher gab es hier 150 Betten, davon etwa 80 Prozent in Einzelzimmern. Nach dem Umbau werden wir 134 Betten haben in 122 Zimmern", erklärt First-Retail-Geschäftsleiter Marc Baumann.

Erst war das Gebäude komplett entkernt worden, Altlasten mussten beseitigt werden. Künftig werden die Bewohner wie in großen Wohngemeinschaften in Gruppen von elf bis 15 Menschen zusammenwohnen, für die es jeweils eine große Wohnküche als Aufenthaltsraum gibt. "Um Platz für die Wohngruppen zu haben, haben wir eine komplette Etage neu gebaut, so dass das Gebäude nun inklusive Erdgeschoss fünf statt vier Stockwerke hat", sagt Baumann.

Das neue Wohnkonzept sei auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasst, erklärt Pflegedienstleiterin Suljagic: "Die Wohnküchen sollen ein neuer Treffpunkt werden. Dort sollen sich die Bewohner nicht nur austauschen, sondern sie können zum Beispiel auch aktiv bei der Essenszubereitung helfen." Für viele sei es wichtig, ihre früheren Alltagsgewohnheiten - sei es Kochen, Wäsche zusammenlegen oder Handarbeiten - so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. "Die Tagesstruktur ist dabei nicht verbindlich, sondern lässt Raum für die individuellen Vorlieben und Gewohnheiten der Bewohner." Auch die Gestaltung der Zimmer soll den Bewohnern künftig dabei helfen, möglichst lange ihre Unabhängigkeit zu bewahren. So lassen sich die neuen Betten unter anderem per Fernbedienung so weit hinunterfahren, dass die Bewohner bequem aus dem Bett aufstehen können. Das reduziert die Sturzgefahr. Setzt sich ein Bewohner nachts aufrecht über die Bettkante, erkennt ein Bewegungssensor die Beinbewegung - und ein Licht am Bett geht automatisch an.

Der Zugang zum Balkon ist nun barrierefrei, wodurch die Bewohner einfacher mit dem Rollstuhl oder Rollator ins Freie gelangen können. Suljagic weiß, wie sehr sich die Bewohner darauf freuen, an die Potsdamer Straße zurückkehren zu können.

Im September soll es soweit sein. "Bis dahin halten wir die Senioren durch Infoveranstaltungen auf dem Laufenden, einige schauen sich die Baustelle auch vor Ort an. Im Foyer der vorübergehenden Unterkunft steht bereits ein Modell des neu sanierten Gebäudes, das sich die Bewohner gerne ansehen. Die meisten können es kaum erwarten, zurück nach Hassels zu kommen."

Quelle: RP
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