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Hassels
Ovationen für Kantor Koop

Hassels. Spohrs Oratorium "Die letzten Dinge" wurde mit Erfolg aufgeführt. Von Horst Schaumann

Einmal mehr schaffte es Kantor Johannes Koop in St. Antonius mit großer Musik zu erfreuen. Wieder gelang es ihm, die chorischen Gemeindegruppen und Gäste zu einem imponierenden einheitlichen Chorklang zusammen zu führen.

Diesmal präsentierte Koop ein Werk der Romantik: "Die letzten Dinge" von Louis Spohr. Der 1784 in Braunschweig geborene begnadete Violinist wurde schon mit 28 Jahren Kapellmeister am "Theater an der Wien", danach ging er nach Frankfurt. Mit 38 Jahren wurde er Generalmusikdirektor in Kassel, wo er 1859 starb. Nach Paganini bezeichnete man ihn als den größten Geiger seiner Zeit, seine Violinschule hat noch heute Geltung.

Neben Sinfonien und Violinkonzerten schrieb Spohr auch vier Oratorien, von denen "Die letzten Dinge" das bedeutendste ist. Seine Form des Oratoriums weicht jedoch von den Vorbildern Bachs und Haydns ab. Es gibt keinen Evangelisten mehr, der die Handlung vorantreibt. Solisten und Chor erzählen im Wechsel beziehungsweise gemeinsam aus den Offenbarungen des Johannes.

Im ersten Teil behandelt Spohr "Anbetung und Mahnung" und "Das Erlösungswerk Christi", im zweiten sind die Themen "Die Vorboten des Jüngsten Gerichts", "Das Endgericht über Lebende und Tote" und "Die neue Welt Gottes". Diese Themen bieten Spohr Gelegenheit, Musik mit großer romantischer Bandbreite zu schreiben. Aus feinem piano mit großen crescendi in majestätisches forte zu steigern und andererseits Chor und Orchester ins subito piano zurückzunehmen, ist ihm wunderbar gelungen. Dass Johannes Koop dieses Werk aussuchte, liegt vielleicht auch daran, dass das Oratorium schon wenige Wochen nach seiner Kasseler Uraufführung 1826 mit überwältigendem Erfolg beim Düsseldorfer Musikfest aufgeführt wurde.

Zum Chor von 75 Stimmen hatten sich der Kirchenchor St. Antonius, der Frauenchor Elisanto, der Männerchor Johannes-Bären und Gäste zusammengefunden, die stimmlich ausgewogen klangen. Mit großer Sicherheit sandten die Choristen ihre Klänge ins Kirchenschiff, blieben stets bei disziplinierter Stimmführung. Die Soli wurden von Daniela Bosenius (Sopran), Ulrike Eitel (Alt), Heiner Hüpgen (Tenor) und Jan Buhr (Bass) mit dramatischer Strahlkraft gesungen, aber auch mit großem Feingefühl, wo es geboten war. Die Camerata Louis Spohr mit Leiter Bernd Peter Fugelsang an der Oboe machte ihrem Namensgeber alle Ehre durch feine Streicher, warme Holzklänge und nie zu lautes Blech. Lange stehende Ovationen fürs gelungene Werk, besonders für Johannes Koop.

Quelle: RP
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