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Hassels
Pony Dirk ist der Star im Seniorenheim

Hassels: Pony Dirk ist der Star im Seniorenheim
Pony Dirk mit Tanja Reitz ist zu Besuch im Seniorenheim auf dem Zimmer bei Helma Friedrich. Die bettlägerige Dame freute sich über den ungewöhnlichen Besuch. FOTO: Staschik Olaf
Hassels. Pony Dirk besuchte am Montagvormittag mit seiner Besitzerin Tanja Reitz das St. Antonius Altenheim in Hassels. Auf drei Stationen freuten sich die Bewohner über die Begegnung mit dem freundlichen Tier. Von Simona Meier

Pony Dirk ist Profi. Lässig folgt er seiner Besitzerin Tanja Reitz in den Aufzug. Denn um auf die Station zu kommen, muss er in die zweite Etage fahren. Kein Problem für das zehnjährige Tier, das sonst in der Kinderreitvorschule von Tanja Reitz im Einsatz ist. "Dirk geht mit mir auch ins Hospiz, auf Sommerfeste oder eben ins Altenheim", sagt sie.

Das funktioniert nur deshalb problemlos, weil das Pony sehr ruhig und ausgeglichen ist. Der Kontakt nach Hassels kam über Sonja Pokorra vom Sozialen Dienst des St. Antonius Altenheims zustande. Ihr Hündin Lana ist Teil des Betreuungsteams und bereitet mit Zimmerbesuchen und Spaziergängen den Bewohnern viel Freude im Alltag.

Gespannt warten alle auf die Ankunft von Pony Dirk. Als die Aufzugtüren sich öffnen, stehen die ersten Bewohner schon im Flur. Annamaria Hauptstein begrüßt Dirk mit vielen Streicheleinheiten. Und die älteste Bewohnerin, Lene Hübner, die bald 104 Jahre alt wird, hält ihm eine Möhre hin. Das kleine Pony ist geduldig und zugewandt, den Bewohnern zaubert es ein Lächeln ins Gesicht. "Durch den Tierbesuch kommen viele aus sich heraus und werden aktiv", sagt Sonja Pokorra.

Auch Helma Friedrich, die das Bett nicht verlassen kann, streichelt Pony Dirk und redet mit ihm. Tanja Reitz ist mit dem Pony in ihr Zimmer und direkt ans Bett gekommen. Die tierliebe Bewohnerin freut sich. Sie hat häufig auch die zwei Kaninchen, die zum St. Antonius Altenheim gehören, zu Gast bei sich.

Vierbeinige Gäste mit Fell sind beliebt bei allen Bewohnern. Sie gehören aber auch zum Konzept. Pony Dirk ist bereits zum zweiten Mal da. Tiere spielen in biografischer Hinsicht für viele alte Menschen eine große Rolle. Es gelingt, über den Kontakt durch streicheln, bürsten, füttern und sprechen so manchen Bewohner aus der Isolation zu holen. "Uns sind diese Aktionen wichtig. Es ist eine Freude, dass die Bewohner aus sich heraus kommen und auf die Tiere reagieren", sagt Pflegedienstleiterin Stephanie Lammertz.

Tiere sind deshalb stets eine willkommene Abwechslung, und Besucher sind auch mit Hunden gerne gesehen. Aus der direkten Umgebung des Altenheims kommt die Katze "Mausi" regelmäßig vorbei. Sie wird von den Bewohnern gehegt und gepflegt. In ihrem Zimmer kümmert sich eine Bewohnerin um ihr Wellensittich-Paar Peterle und Hansi.

Wenn Sonja Pokorra ihr Runde mit Hündin Lana macht, kann sie auch diejenigen zur Aktivität bewegen, die eigentlich gar nicht wollen. "Wenn der Hund spazieren gehen muss, ist das ein Antrieb mitzukommen", sagt sie.

Mit Spannung erwarten deshalb auch viele das Pony auf ihrer Etage. Dirk nimmt den Trubel gelassen. Er hat Zeit, konzentriert sich auf den Moment, lässt sich streicheln und verwöhnen.

Mit seiner Besitzerin Tanja Reitz steigt er locker wieder in den Aufzug und fährt in die nächste Etage. Der Vormittag vergeht diesmal besonders schnell, denn die tierische Attraktion im Haus hat es allen angetan und sorgt für viel Gesprächsstoff.

Quelle: RP
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