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Heerdt
30 Jahre ein Paradies am Rande der Stadt

Heerdt. 1986 gründeten Bürger den Verein "Ökotop Heerdt". Am Samstag wird der runde Geburtstag gefeiert. Von Heide-Ines Willner

Die Zeit war günstig, denn aufgeschreckt durch die Tschernobyl-Katastrophe, begannen die Menschen in den 1980er Jahren ein Umweltbewusstsein zu entwickeln. Besonders ausgeprägt war das bei den Heerdtern, denn in ihrem Stadtteil gab es wenig Freizeitmöglichkeiten, nur spärliche Grünanlagen, dafür aber hohe Lärm- und Emissionsbelastungen durch Gewerbe und Verkehr. Väter und Mütter nutzten den Gesinnungswandel und initiierten Freizeitpark und Albertussee. 1983 gelang ihnen schließlich ein großer Wurf, denn sie trotzten der Stadt Düsseldorf, unterstützt vom Land NRW, das 16 Hektar große Areal zwischen Krefelder und Brüsseler Straße ab und gründeten dort das Landschaftsprojekt "Ökotop Heerdt". 1986 wurde ein Verein daraus. Ein zukunftsweisendes Unternehmen, das als Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere gilt und das vielfach, zum Beispiel mit dem Robert-Jungk-Preis, ausgezeichnet wurde.

Zu verdanken ist das vor allem den Vätern: Klaus Spitzer, Fritz Hornäk, Josef Pilger und auch Klaus Brückner, die leider alle schon gestorben sind und den 30. Geburtstag ihres Lebenstraums nicht mehr erleben können. Ihr Andenken aber bewahren Annette Klotz und Mattes Wallenfang, die ebenfalls von Anfang an dabei sind und sich im Vorstand neben dem Vorsitzenden Jürgen Wallney engagieren. "Das Ökotop ist ein Umwelt- und Naturschutzprojekt mit sozialem Netzwerk", sagen die Beiden. "Wir verstehen uns als beispielhaftes Modell zukünftigen städtischen Lebens." Alles sei selbstorganisiert und reiche von den naturnahen Freiräumen über die ökologische Siedlung bis zum ökologischen Zentrum. "Neben mehreren Zielsetzungen fördern wir besonders die Pflege des Landschafts- und Umweltschutzes sowie die Betreuung und Beratung ökologischer Projekte." Im Rahmen dieser Aufgaben unterstützt das Ökotop Heerdt angeleitete Kurse und Angebote für Gruppen, insbesondere für Vorschulkinder und Grundschüler, aber auch für Erwachsene. Eine Kooperation besteht zum Beispiel mit der benachbarten Kita "Die Buschmäuse." "Junge Familien mit Kindern haben sich uns angeschlossen", freut sich Annette Klotz. "Sie lernen von den erfahrenen Leuten, um das Ökotop zukunftssicher zu machen." Gelegenheit, das paradiesische Gelände an einem Spätsommertag zu erleben, bietet sich am Samstag beim Geburtstagsfest ab 15 Uhr. Allerdings die Chance, einen der 60 Gärten zu mieten, gibt es erstmal nicht, weil alle vergeben sind.

Quelle: RP
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