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Heerdt
Anwohner gegen Richtungswechsel

Heerdt. Die linksrheinischen Bezirksvertreter hoffen mit dem Wechsel der Einbahnregelung zwischen Alt-Heerdt und Pestalozzistraße eine Verkehrsentlastung zu erreichen. Anwohner fürchten dadurch Nachteile fürs Wohngebiet. Von Heide-Ines Willner

Mauern werden gestreift, Poller umgefahren, Laternen weggerissen und auch Autos beschädigt: Alltag auf den Straßen Alt-Heerdts. Verursacher sind die Schwerlaster, die auf ihrem Weg ins Industriegebiet im Alt-Heerdter Wohngebiet stranden. Denn die Fahrer folgen meist ihren Navigationsgeräten und beachten zum Beispiel die Zufahrtsbeschränkung an der Einfahrt Pestalozzistraße nicht. Was auch nicht wundert, ist sie doch falsch angebracht und von der Heerdter Landstraße aus nicht zu sehen. Darüber hinaus erkennen die Lkw-Fahrer zu spät, dass die Breite im Verlauf der Pestalozzistraße abnimmt.

Händeringend suchen Anwohner und der Bürgerverein Heerdt nach einer Lösung - bisher erfolglos. Zuletzt schalteten sich die linksrheinischen Bezirksvertreter ein und machten auf Antrag der SPD den Vorschlag, die heutige Einbahnregelung umzukehren: Einfahrt Alt-Heerdt, Ausfahrt Pestalozzistraße. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu prüfen, ob das möglich ist. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Solange wollen aber Anwohner, allen voran Klaus Bahners und Josef Schöber, beide im Vorstand des Heerdter Bürgervereins, nicht warten. Denn schon jetzt signalisieren sie: "Wir sind mit der Umkehrung der Einbahnregelung ganz und gar nicht einverstanden." Die Gründe für ihre Verweigerung erklären sie bei einem Ortstermin in Alt-Heerdt. Dabei führen sie vor Augen, was beim Tausch der Einbahnregelung auf den Nikolaus-Knopp-Platz zukommen würde. "Er müsste ein Vielfaches mehr verkraften", sind sie überzeugt. "Denn der gesamte Verkehr aus Pariser, Schiess- Krefelder- und Heerdter Landstraße könnte dann nicht mehr direkt in die Pestalozzistraße abbiegen, sondern müsste für die Einfahrt Alt-Heerdt den gesamten Platz umkreisen", gibt Bahners zu bedenken. Hinzu komme, dass nicht selten Rettungsfahrzeuge für das CBT-Wohnheim längere Zeit auf der ohnehin schmalen Alt-Heerdter Fahrbahn parken würden. "Bis sie wieder abfahren, bildet sich schon heute ein Rückstau Richtung Rhein, was aber keine gravierenden Konsequenzen hat. Bei einer Umkehr der Einbahnregelung aber schon, denn dann würde der Rückstau am Nikolaus-Knopp-Platz die einzige Spur Richtung Oberkassel blockieren." Wenn dann die Fahrer feststellten, dass die Einfahrt Alt-Heerdt zu eng für sie sei, führen sie weiter zur Kribbenstraße und Heerdter Rheinallee. Dieser Umweg bringe dort eine zusätzliche Belastung für das Wohngebiet. "Das kann ja wohl nicht beabsichtigt sein."

Die beiden Heerdter sorgen sich auch um den vor Jahren vom Bürgerverein aufwendig gestalteten "Dorfplatz" am Wegekreuz. Denn dort würde ein Flaschenhals entstehen, wenn die Fahrzeuge jeweils bei ihrer Hin- und Rückfahrt einen Schlenker auf die andere Straße machen müssten. "Ich darf gar nicht daran denken, wie der schöne Platz mit dem Fährenkreuz von 1734 in absehbarer Zeit aussehen würde", sagt Bahners, der davon ausgeht, dass die Politiker ihren Antrag ohne Ortskenntnis formuliert haben.

Fazit der Ortsbesichtigung: Auch wenn die Verkehrsführung alles andere als optimal ist, so sind die beiden Heerdter dafür, dass sie bleiben soll. "Wir wollen die vermeintliche Verbesserung nicht, aber es soll auch nicht schlechter werden." Schöber: "Es gibt keine Lösung."

Quelle: RP
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