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Heerdt
Bürger kritisieren Baustellenlogistik

Heerdt. Bei der Mobilen Redaktion zum Hochbahnsteig am Nikolaus-Knopp-Platz lobten einige Teilnehmer aber auch den zügigen Fortgang der Bauarbeiten. Die Rheinbahn will den Beschwerden nachgehen. Von Nicole Kampe und Heide-Ines Willner

Das Gröbste ist zwar überstanden, trotzdem gibt es noch immer Kritik an der Bauabwicklung für den Hochbahnsteig auf dem Nikolaus-Knopp-Platz. "Es gibt keine Parkplätze, keine Haltestelle und keinen Fußgängerüberweg." Nadja Maeschig, Wirtin des Heerdter Brauhauses, machte ihrem Ärger am Stand der Mobilen Redaktion Luft und spricht von 50 Prozent Umsatzeinbußen.

"Wir hatten Absagen von älteren Gästen, die nicht wussten, wie sie uns mit ihren Rollatoren erreichen konnten." Ihre Mutter Birgit Maeschig ergänzt: Darüber hinaus habe die Baufirma "im Zuge der Nachtarbeit Scheinwerfer an unserem Haus angebracht, ohne uns vorher zu informieren". Auch die Option, in einem Hotel zu übernachten, sei an fehlenden Anmeldeformularen gescheitert. Iris Puls dagegen ist der Meinung, dass die Beschwerden unbegründet seien. "Ich wohne gegenüber der Baustelle und kann nur sagen, dass die Arbeiten schnell vorangehen, die Handwerker ordentlich arbeiten." Auch der Lärm sei erträglich und Parkplätze gebe es in der Umgebung genug. Agnes James, die an der Heerdter Landstraße wohnt, sagte: "Mich stören vor allem die Umwege, die wir laufen müssen." Aber in ein paar Wochen sei alles vorbei, die Arbeiten gingen ja zügig voran. "Vielmehr stören mich die quietschenden und viel zu lauten Bahnen." Ganz zufrieden ist Anwohner Bernd Busch mit dem Fortschritt auf der Baustelle. "Es geht schnell voran, nicht so wie auf der Hansaallee." Sein Auto hat er in der Garage stehen, "ich fahre viel Fahrrad." Einzig auf das Chaos an den Sperrwochenenden hätte er verzichten können. "Aber da wir die Termine kannten, haben wir alles werktags erledigt", sagt Busch, der wie auch Seniorenbeirätin Gisela Theuringer einen großen Vorteil für Behinderte im Hochbahnsteig sieht. Karin Braun (FDP) hätte lieber einen mobilen Bus gehabt, statt Millionen für einen Hochbahnsteig auszugeben.

Für eine Zusammenlegung der Haltestellen Nikolaus-Knopp-Platz und Dominikus-Krankenhaus wäre Dietmar Stein vom Heerdter Bürgerverein gewesen, "die liegen so nah beieinander". Diese Meinung teilt auch Tobias Kühbacher von der SPD, aber: "Wer weiß, ob das die Situation verbessert hätte". Im Vorfeld sei viel diskutiert worden, aber eine Alternative zum Hochbahnsteig am Nikolaus-Knopp-Platz habe es nicht gegeben. Clemens Sökefeld, Vorsitzender des Heerdter Bürgervereins, kritisiert die Baustellenlogistik für den Hochbahnsteig, die überwiegend auf dem Parkplatz vor den Geschäften abgewickelt wird. Mehrfach habe er Alternativen aufgezeigt, doch die Rheinbahn habe immer nur gesagt: ,Das geht nicht'". Damit will sich Unternehmenssprecher Eckhard Lander, der zur Mobilen Redaktion gekommen war, nicht zufriedengeben. Er versprach, zu prüfen, warum die Vorschläge des Bürgervereins nicht umgesetzt werden konnten.

Sökefeld regt an, den von Containern und Bauwerkzeugen zugestellten Parkplatz aufzuräumen, um wieder einige Stellplätze freizugeben. CDU-Ratsherr Giuseppe Saitta will sich ebenfalls darum kümmern Und: "Der Fußgängerüberweg sollte schnellstens wiederhergestellt werden." Nun warte er auf eine Rückmeldung der Verantwortlichen.

Auch die eingerichteten Fahrbahnsperrungen und Spurverengungen sorgten in den vergangenen Monaten für Kritik. Sökefeld: "Die Anwohner suchen verzweifelt Parkplätze, während die Arbeiter ihre Autos in den gesperrten Bereichen abstellen." Daraufhin bemerkte Lander: "Das sollte nicht sein." Abschließend bemerkte der neue Schützenoberst Michael Plum: "Wichtig ist, dass die Bauarbeiten bis zu unseren Schützenfest am 18. August fertig sind."

Quelle: RP
 
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