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Heerdt
Bürgerverein für Erhalt der Gaslampen

Heerdt. Der Heerdter Bürgerverein hatte seinen aktuellen Heimatabend dem Thema "Gaslaternen" gewidmet. Wiederholt wurde betont, dass der Ortskern von Heerdt seine historische Beleuchtung behalten soll. Von Heide-Ines Willner

Die Zeit drängt. Denn die Bürger im gesamten Stadtbezirk haben nur noch bis zum 9. Dezember Zeit, sich zu äußern, ob sie die Gasbeleuchtung vor ihren Türen behalten wollen. Anlass für den Bürgerverein Heerdt, seinen Heimatabend unter das Motto "Gasbeleuchtung in Ihrem Viertel" zu stellen. Gleich beim Auftakt der Veranstaltung war von einigen Teilnehmern zu hören: "Es ist heller geworden in Heerdt. Offensichtlich wurden einige Gaslampen gesäubert." So stellte der Vorsitzende Clemens Sökefeld einmal mehr fest: "Der Austausch der Gaslaternen von Gas auf Strom macht keinen Sinn. Gepflegte Gaslaternen sind nicht zu dunkel." Es erschließe sich nicht, warum 13.000 Gaslampen ausgetauscht und nur 4000 erhalten werden sollen. "Wir haben drängendere Probleme", so Sökefeld, der damit den Lkw-Verkehr in Heerdt und die vielen Baustellen meint. Im Übrigen sei die kürzlich von der Stadt veranstaltete Bürgerbeteiligung ein Witz gewesen. "Wir haben immer wieder nachgefragt und keine Antwort bekommen." Gertrude Elke Engelmann ergänzte: "Unser Stadtbezirk war der letzte in der Reihe der Info-Veranstaltungen zum Thema Gaslaternen. Da hätte sich die Verwaltung Antworten überlegen können."

Sökefeld stellte die betroffenen Bereiche in Heerdt vor: Rheinallee, Alt-Heerdt, Gustorfer-, Berzeliusstraße haben teils die historischen Alt-Düsseldorfer Leuchten. Überwiegend gibt es die Aufsatzleuchten an der Knechtstedenstraße (Grünau) und an Benediktus- und Wiesenstraße die Ansatzleuchten. Im hinteren Teil der Wiesenstraße ist die Gasbeleuchtung schon abgebaut. "Damit können wir leben, denn dort wohnt niemand", sagte Sökefeld. Und mehr Licht im Gewerbegebiet sei sinnvoll. Im Übrigen sei es nicht Aufgabe der Bürger, sich Gedanken zu machen, wo und welche Gaslaternen bleiben sollen oder nicht. "Vielmehr sollte sich die Stadt die Straßen einzeln vornehmen, ein Konzept erarbeiten und den Bürgern erklären, was dort getan werden muss und warum."

Unterstützung kam vom Gaslichtexperten Georg Schumacher, der den "Masterplan Beleuchtung" als Abrissplan bezeichnete. Er wies auf den Beschluss des Bauausschusses von 1999 hin. "Dort war beschlossen worden, die Gasbeleuchtung dauerhaft zu erhalten." Die 2009 in Stockum begonnene Umrüstung sei eine Eigenmächtigkeit gewesen, womit der Beschluss ausgehebelt worden sei. Ziel sei nun, über den festgesetzen Rahmen von 4000 Leuchten hinaus, möglichst viele zu retten.

Hans Günter Krause war bis zur Rente bei der Feuerwehr. Er räumte mit dem Verdacht auf, dass Gaslaternen eine Gefahr darstellten und explodieren könnten, wenn sie in einen Unfall verwickelt werden. "Ich habe während meiner Einsätze bei Unfällen mit Gaslampen nie eine Explosion erlebt." Philipp Perzborn, Heerdter Mediziner im Ruhestand, warf die Frage der Finanzierung auf und schockte mit Kosten, die beim Wechsel von Gas auf Strom fällig werden. "Vom Bund der Steuerzahler (BdSt) ist zu erfahren, dass die Umrüstung nicht, wie von der Stadt vorgegeben, 4000 Euro, sondern 6000 Euro und mehr kosten würde." Als Beispiel habe der BdSt die Umrüstung von 43 Gaslampen in Lohausen mit Gesamtkosten in Höhe von 500.000 Euro genannt. Pro Laterne wären das 11.627 Euro. Die Hälfte könne die Stadt auf die Hausbesitzer umlegen.

Quelle: RP
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