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Heerdt
Ein Dorfplatz fürs Heerdter Zentrum

Heerdt. Der Bürgerverein Heerdt und der Kirchenvorstand regen eine neue Gestaltung der ehemaligen Friedhofsfläche an der Kirche St. Benediktus an. Auch eine andere Verkehrsregelung wird diskutiert. Von Heide-Ines Willner

Die Lkw-Irrfahrten durch Alt-Heerdt sorgen zunehmend für Ärger. Denn die von ihren Navigationsgeräten fehlgeleiteten und ortsunkundigen Lkw-Fahrer streifen mit ihren schweren Fahrzeugen nicht nur Bordsteine, sondern auch Häuserwände. Jetzt machen der Bürgerverein Heerdt und der Kirchenvorstand von St. Antonius und St. Benediktus einen erneuten Anlauf, um das Thema endgültig vom Tisch zu bekommen.

Bei einer Ortsbesichtigung erklärten Pfarrer Michael Dederichs, Kirchenvorstandsmitglied Andreas Bahners und Clemens Sökefeld, Vorsitzender des Heerdter Bürgervereins, wie sie sich das vorstellen. "Helfen könnte eine Verkehrslenkung durch Schilder, die eindeutig den Weg zur Spedition Dachser an der Grenze zu Neuss weisen", sagt Sökefeld. "Denn jetzt versuchen die Lkw-Fahrer über die Pestalozzistraße zum Zielort zu kommen, ohne zu ahnen, dass sie an der Diagonalsperre nicht weiterkommen." Die Rückfahrt sei dann nur über Alt-Heerdt möglich - mit den bekannten Verkehrsproblemen.

Kirchenvorstand und Verein haben aber noch einen weiteren Vorschlag parat, wie die Straße aufgewertet werden könnte. "Der Abschnitt zwischen Wegekreuz und Nikolaus-Knopp-Platz sollte zur ,Spielstraße' werden", sagt Pfarrer Dederichs. "Das heißt nicht, dass dort nur Kinder spielen, sondern dass die Autofahrer Schritt-Tempo fahren müssen." Dazu sollte die Straße in eine Mischfläche ohne Bordsteine umgewandelt werden, ergänzt Sökefeld, was auch Rollstuhlfahrern und Senioren mit Rollator zugute käme. "Es geht uns um die Sicherheit der älteren Menschen, die im CBT-Wohnhaus Zur Heiligen Familie leben und um die der Kinder", betont Pfarrer Dederichs. "Die Senioren verlassen das Gebäude und kommen nicht so schnell voran, um den Autos ausweichen zu können." Auch die Kirchenbesucher seien beim Verlassen der Kirche in Gefahr, weil es keine Schutzzone zwischen Gebäude und Straße gebe.

Beim Ortstermin wurde eine weitere Aufwertung des Heerdter Zentrums angesprochen: die Gestaltung und Öffnung des alten, 200 Quadratmeter großen Kirchhofs mit seinen drei mächtigen Bäumen seitlich von St. Benediktus am Nikolaus-Knopp-Platz. Dort befand sich einst der alte Heerdter Friedhof, der nach Eröffnung des neuen an der Schiessstraße (1867) stillgelegt wurde. "Das Plätzchen könnte zum Mittelpunkt für den gesamten Stadtteil werden, denn Heerdt hat keinen richtigen Dorfplatz", sagt Bahners, der schon weiß, wie das zu verwirklichen ist: "Die Bäume bleiben erhalten und bekommen einen Schonkreis, weil sie auf dem heutigen Niveau bleiben müssen." Das Erdreich der restlichen Fläche dagegen könnte um 80 Zentimeter abgesenkt und an die tiefer liegende Straße Alt-Heerdt angepasst werden. Der Zugang werde über Rampen gesichert. Bahners wies auf die alte Mauer hin, die das Plätzchen umgibt. "Sie muss dringend saniert werden, damit sie dem Druck der Baumwurzeln standhalten kann." Die Höhe der Kosten für die Umgestaltung des Plätzchens und wer sie übernehmen wird, steht noch nicht fest. Pfarrer Dederichs: "Es handelt sich um einen sechsstelligen Betrag." Das Erzbistum Köln wolle sich daran beteiligen.

Zum geplanten Umbau des Pfarrzentrums Alt-Heerdt gibt es noch nichts Konkretes. Nur: "Das Thema hat die Priorität eins. Im November werden Gespräche mit dem Erzbistum für ein neues kirchliches Zentrum in Heerdt geführt."

Quelle: RP
 
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