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Heerdt
Eine Düsseldorfer Heimat-Galerie

Heerdt. Heimatmaler Horst Surall erzählt in seinen Aquarellbildern Stadt- und Kultur-, manchmal auch Familiengeschichte. Von Semiha Ünlü

Wenn Horst Surall seine Aquarell-Bilder auf dem Tisch ausbreitet, versteht man sofort, warum er am liebsten das Düsseldorf des 19. Jahrhunderts malt. Und wenn er die Geschichten dazu erzählt, schaut man sich die Bilder an, als ob man gerade gelernt hätte, eine Schatzkarte zu lesen. "Sehen Sie mal genau hin", sagt er und zeigt auf eine idyllische Szene am Rheinufer. "Bevor es Dampfschiffe gab, mussten Männer mit Zugtieren die Schiffe rheinaufwärts schleppen, das nannte man treideln", sagt der Heerdter. Dann zeigt er auf ein Bild, auf dem sich Männer, die auf Holzkisten sitzen, auf einem waagerecht aufgespannten Seil abstützen, ja zu schlafen scheinen. "Die schlafen wirklich darauf! Der Wirt von Hansens Penn, das war eine Kneipe, hing nachts für die Männer ein Seil auf, und morgens hing er es ab, und alle Männer fielen hin: Das bedeutete, dass es Zeit zum Gehen ist", sagt der 81-Jährige und lacht. Ein Aquarell, das die Königsallee um 1935 darstellt, zeigt eine Familienerinnerung: "Das sind mein Vater und mein Bruder beim Spaziergang."

Surall ist Heimatmaler und mindestens genauso ungewöhnlich ist, dass ihn dieser Titel nicht stört. Der 81-Jährige, der früher als Orthopäde und Schreiner arbeitete und sich das Malen autodidaktisch beibrachte, weiß, dass man diesen Künstlern einen übermäßigen Hang zu Romantik und zu Kitsch nachsagt. "Ich habe schon Hunderte Bilder über Düsseldorf gemalt, also stimmt es doch, dass ich ein Heimatmaler bin", sagt er. Bilder und Geschichten vom alten Düsseldorf hätten ihn schon immer fasziniert, vor allem die von Künstlern der Düsseldorfer Malerschule (1819-1918). "Ich male aber auch deswegen, damit die nächste Generation die Geschichte und Entwicklung unserer Stadt kennt", sagt er.

Wie sehr sich die Stadt alleine in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, weiß er selbst zu gut: "Ich sehe noch, wie die Bauern früher über den Nikolaus-Knopp-Platz in Heerdt die Kühe trieben!"

Quelle: RP
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