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Heerdt
Erste Bäume für den "Wunschpark"

Heerdt. Die Bürgerinitiative "Am Mühlenberg" will das mit Altlasten verseuchte Areal zwischen Krefelder Straße und Friedhof Heerdt als Grünfläche gestalten. Eine Bebauung lehnt sie auf dem belasteten Grundstück ab. Von Heide-Ines Willner

Sieben Eichen bilden die Vorhut für den von der Bürgerinitiative "Am Mühlenberg" gewünschten Park an der gleichnamigen Straße. Sie wurden in die Nähe des kleinen, von Orkan Ela stark mitgenommenen Wäldchens zwischen Krefelder Straße und Friedhof Heerdt gesetzt. Zudem säten Kinder Eicheln auf der benachbarten, mit Schwermetallen belasteten Fläche aus, um den Grundstock für eine Baumschule zu legen. Zu der Baumpflanzaktion hatte die Bürgerinitiative eingeladen, die schon seit Jahren darum kämpft, die Brache Am Mühlenberg wegen der Altlasten im Boden nicht zu bebauen. Deshalb appelliert sie erneut an die Verwaltung, den rechtsverbindlichen Bebauungsplan von 2006 (B-Plan), der an dieser Stelle 52 Einfamilienhäuser vorsieht, zu Gunsten eines Parks zu ändern.

"Wir wollen mit unserer Aktion aber keine Fakten schaffen", versichert Vorsitzender Mattes Wallenfang. "Deshalb haben wir die Eichen in die Nähe des Wäldchens gepflanzt, wo sie auch bei einer eventuellen Wohnbebauung stehenbleiben können." Und die Triebe der ausgesäten Eicheln könnten später problemlos versetzt werden. Denn, um den Park anlegen zu können, müsste das Areal ohnehin mit einer etwa ein Meter dicken Erdschicht aufgeschüttet werden. Ziel der Pflanzaktion war eher, die Verwaltung daran zu erinnern, dass die Heerdter noch immer auf die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen und auf eine Stellungnahme bezüglich einer B-Plan-Änderung warten. Wallenfang: "Wir waren vor zwei Jahren beim Umweltamt und haben darauf hingewiesen, dass der Bebauungsplan wegen der Altlasten geändert werden sollte." Das Umweltamt habe zwar umfangreiche Bohrarbeiten auf dem Gelände der eingezäunten Grundstücksfläche vorgenommen. "Bis heute aber warten wir auf die Ergebnisse."

Die SPD-Fraktion der linksrheinischen Bezirksvertretung 4 (BV) schaltete sich jüngst ein und wollte von der Verwaltung wissen, welche Werte die Messungen ergeben haben, ob Teile des Geländes ohne Sanierung bebaut werden könnten und was eine Sanierung kosten würde. Eine Antwort hatte die Verwaltung nicht parat. Tobias Kühbacher (SPD): "Wir fordern das Fachamt auf, uns die Ergebnisse der Messungen im Januar vorzulegen." In gleichem Zuge baten die Stadtteilpolitiker auf Antrag von SPD und Grünen, die Verwaltung zu prüfen, ob der alte Heerdter Mühlenweg, entlang des Friedhofs, zu einem Fuß- und Radweg ausgebaut werden könnte. "Das wäre eine sinnvolle Ergänzung des Bezirksradwegenetzes", so Markus Loh (Grüne). Damit würde eine zusätzliche Verbindung zwischen der Böhlerstraße in Meerbusch und Heerdt zum Nikolaus-Knopp-Platz geschaffen. Der Aufwand wäre gering, weil die Trasse vorhanden und nur die Schotterdecke zu vervollständigen sei. Einzig der Eingang zur Bayerstraße müsste ausgebaut werden. Das kommt der Bürgerinitiative entgegen. Wallenfang: "Der Radweg sollte von der Bayer- bis zur Böhlerstraße angelegt werden." Für die direkte Verbindung wäre eine Querspange über den heutigen Betriebshof des Friedhofs zur Willstätter Straße wünschenswert. "Es heißt, dass der Betriebshof sowieso aufgegeben werden soll." In dieser Angelegenheit habe sich die Initiative bereits an das Gartenamt gewandt. "Amtschefin Doris Törkel hat eine Prüfung zugesagt."

Quelle: RP
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