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Heerdt
Fast alle Heerdter wollen Wochenmarkt

Heerdt: Fast alle Heerdter wollen Wochenmarkt
Dietmar Stein (links) und Markus Loh im Gespräch mit RP-Mitarbeiterin Heide-Ines Willner am Stand auf dem Hanns-Heuer-Platz. FOTO: Anne Orthen
Heerdt. Eine lebhafte Diskussion entwickelte sich am Samstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post in Heerdt. Ob sich der Hanns-Heuer-Platz für einen Wochenmarkt eignet, ist ungeklärt. Ein Testbetrieb soll Klarheit bringen. Von Heide-Ines Willner

Die Gestaltung und Belebung des Hanns-Heuer-Platzes als bürgernahen zentralen Ort wünschen sich alle Heerdter, die sich am Samstag am Stand der Rheinischen Post versammelt hatten. Beim Thema Wochenmarkt gingen die Meinungen allerdings auseinander. Herbert Rozynski, stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins: "Ich persönlich bin gegen einen Wochenmarkt, weil ich fürchte, dass dann die Geschäfte rund um den Nikolaus-Knopp-Platz Einbußen haben könnten." Deshalb plädiere er dafür, den Platz so zu gestalten, dass er für unterschiedliche Veranstaltungen, Zapfenstreich, Platzkonzerte oder auch Märkte genutzt werden könnte. "Die Bäume sollen erhalten, nur die größeren störenden Sträucher entfernt werden." Rozynski und auch sein Kollege Aloys Hüren beklagten, dass sie von Oberbürgermeister Thomas Geisel auf ihren im vergangenen Herbst schriftlich eingebrachten Vorschlag zur Gestaltung des Platzes noch keine Antwort bekommen hätten. Hüren: "Wir sind enttäuscht, weil der Oberbürgermeister uns bei der Wahl versprochen hat, sich mehr um die Stadtteile zu kümmern."

Die Senioren Gerda und Max Kretschmar sind für einen Wochenmarkt auf dem Hanns-Heuer-Platz. "Wir würden gern dort einkaufen. Jetzt müssen unsere Kinder zu den Wochenmärkten rund um Heerdt fahren, um frisches Obst und Gemüse zu besorgen." Ein Markt wäre auch angesichts der künftigen Heerdter Neubürger sinnvoll. Gertrud Meschkat teilt diese Meinung, vermisst ebenfalls Frisches aus der Region. "Bäcker, Metzger und auch Blumen haben wir am Knopp-Platz, aber zum Beispiel Obst, Gemüse oder Käse nicht. Doris und Dieter Lepiorz finden die Wochenmarkt-Idee gut und entkräften das vielfach geäußerte Gegenargument, dass es ja 2001 bereits einen Wochenmarkt in Heerdt unter der Straßenbrücke B 7 gegeben habe, der sang und klanglos eingeschlafen sei. "Das Essverhalten der Bürger hat sich geändert", so das Ehepaar. "Bevorzugt werden jetzt eher lokale Produkte aus der Region."

Die Heerdter nehmen dafür sogar weitere Wege in Kauf. "Meine Frau fährt immer mit der Bahn nach Oberkassel zum Wochenmarkt auf den Barbarossaplatz", sagt Dietmar Stein. Und Heide Lambertz fährt regelmäßig nach Meerbusch auf den Markt. "Ich vermisse hier zum Beispiel mediterrane Produkte; ein Stand auf dem Wochenmarkt mit Oliven und Käse in Heerdt wäre mir sehr recht.

Ungeklärt ist die Frage, ob sich der Hanns-Heuer-Platz für einen Wochenmarkt eignet. Die CDU schlägt vor, den heutigen Parkplatz gegenüber der Haltestelle am Nikolaus-Knopp-Platz als Marktplatz zu gestalten. "Im Zuge des Umbaus zum Hochbahnsteig muss dieser Platz ohnehin neu definiert werden", so Sprecher Sven Holly. Wochenmarkt und Parkplätze könnten an diesem Ort eine Allianz bilden. Eine Konkurrenz zum Einzelhandel am Ort sieht Holly nicht, "weil der Markt ja nur einmal in der Woche stattfindet". Gisela Theuringer (Seniorenrat) teilt diese Meinung und hält einen Wochenmarkt zur Belebung des tristen Zentrums für ideal. Ursula Osterlow hält dagegen den Hanns-Heuer-Platz für sinnvoller, denn: "Man sollte die Autofahrer am Knopp-Platz nicht verprellen." Markus Loh (Grüne) erinnerte an den Ortstermin mit der Verwaltung. "Wir kamen überein, zunächst einen Probebetrieb zu starten, um herauszufinden, was die Heerdter wollen." Dabei sollten die Verantwortlichen über ein Konzept nachdenken und sich gegenseitig unterstützen. Georg Eiker (Verschönerungsverein) appellierte, die Platzgestaltung als großen Wurf anzulegen. "Wenn die Böhlerstraße an die A 52 angeschlossen ist, ergeben sich neue Aspekte für den Mündungsbereich Krefelder Straße."

Quelle: RP
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