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Heerdt
Heerdt und Oberkassel im Wandel der Zeit

Heerdt. Das Keywork-Atelier Oberkassel präsentiert in Kooperation mit der Diakonie Düsseldorf, dem Zentrum plus Oberkassel sowie der Evangelischen Kirchengemeinde Heerdt eine Ausstellung mit Fotos, Filmen und Plänen. Von Monika Götz

Wie wohnt es sich in Heerdt, was macht den Alltag dort lebenswert und wer arbeitet dort? Das sind nur einige der Fragen, die die Bürger dieses linksrheinischen Stadtteils beschäftigen. Einige Antworten darauf gibt die Ausstellung "Unsere Stadt im Wandel", die am Sonntag im Paul-Gerhardt-Haus eröffnet wird. Die in Bildern, Fotografien und Texten zusammengefassten Beobachtungen gehen auf die Veränderungen ein, die rege Bautätigkeit oder wachsender Verkehr mit sich bringen. Bürger haben Zweifel, ob der Slogan "Heerdt ist anders" auch in der Zukunft Gültigkeit hat.

Diesen Bedenken sind Mitglieder des Keywork-Ateliers Oberkassel in Kooperation mit der Diakonie Düsseldorf, zentrum plus Oberkassel, nachgegangen. "Wir haben mit Bürgern diskutiert und Kontakt zu Bürger- und Heimatvereinen aufgenommen. Von dieser besonderen Struktur lebt die Ausstellung", sagt Gerhart Matthäus vom Keywork-Atelier. 16 große Tafeln bilden den Grundstein. Sie geben etwa darüber Aufschluss, dass sich der Wandel durch Wachstum vollzogen hat, welche Bau- oder Verkehrsprojekte anstehen und sie bieten auf einer Tafel auch Raum für die Meinung der Ausstellungsbesucher. Bauliche und andere Veränderungen werden auf Fotografien von Annette Klotz, Michael Flascha, Sergej Lemke und Joachim Siefert vorgestellt. Sie vermitteln das "Früher und Heute", zeigen das Seesternkreuz, den Belsenpark und Großprojekte.

Die Gegensätzlichkeit wird auch von Burkhardt Neumann herausgehoben. Mit lavierten Farbstiftzeichnungen stellt er den Oberkasseler Bahnhof optisch vor das Vodafone-Gebäude: "Hier wird der Kontrast deutlich sichtbar." Von dem in Oberkassel lebenden ehemaligen Gestalter und Grafiker sind unter anderem vier Häuser an der Rheinallee und der alte Bunker plus neuem Überbau zu sehen. Collagen, die von sechs Keyworkern gestaltet wurden, stehen auch für den Wandel im eigenen Stadtteil. Dass diese Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus zu sehen ist, ist kein Zufall. "Offenheit und Transparent sind Markenzeichen der evangelischen Kirchengemeinde und entsprechen der Konzeption 'Evangelisch in Heerdt - eine Gemeinde, die bewegt", sagt Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann.

Welche Auswirkungen der Wandel des Stadtteils hat, in dem 800 Gewerbebetriebe mit 9000 Arbeitsplätzen angesiedelt sind, wird auch in den Themen des Rahmenprogramms deutlich. Unter anderem berichtet Thilde Küppers im Erzähl-Café (13. Januar, 14 Uhr) unter dem Titel "Och wat wor dat fröher schön" über ihr Leben in Heerdt Und der Vorsitzende des Bürgervereins Heerdt, Clemens Sökefeld, Autohaus-Geschäftsführer Thomas Timmermanns und Dominikus-Chefarzt Christof Wald sprechen über "Fit für die Zukunft?" (11. Februar, 16 Uhr).

Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann freut sich auf den Austausch: "Wir sind für die Menschen in Heerdt da." Auch Gerhart Matthäus ist zufrieden: "Mit dieser Ausstellung möchten wir das Loch zwischen den Ängsten und Fakten füllen. Es ist unser Ansinnen, den bürgerschaftlichen Dialog zu fördern und so am gesellschaftlichen Wandel im eigenen Stadtteil kritisch und initiativ teilzunehmen." Um die Ausstellung auch textlich informativ zu gestalten, hat eine Keywork-Textgruppe auf Tafeln nachzulesende Passagen erarbeitet. Hier wird gezeigt, dass Heerdt ein Stadtteil mit "Wohninseln" ist, Wandel durch Wachstum entsteht und Wachstum wiederum Neues erfordert. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass der Ausstellungs-Untertitel "Gute Aussichten für neue Nachbarschaften" durchaus seine Berechtigung hat.

Quelle: RP
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