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Heerdt
Heerdter für Erhalt der Gaslaternen

Heerdt: Heerdter für Erhalt der Gaslaternen
FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Heerdt. Der Bürgerverein kritisiert die geplante Umrüstung auf Elektrizität. In der Jahresversammlung ging es auch um das Bauvorhaben RKM 740. Außerdem will man gegen die Zustände an der Kreuzung Handweiser protestieren. Von Heide-Ines Willner

Klare Worte von Clemens Sökefeld, Vorsitzender des Heerdter Bügervereins. "Wir möchten alle Gaslaternen in Heerdt erhalten", sagte er gestern bei der Jahresversammlung des Vereins im Pfarrzentrum an der Baldurstraße. Eine Umrüstung von Gas auf Elektrizität (LED) würde das Stadtbild zerstören. Auch aus ökologischen und finanziellen Aspekten sollten die jetzigen Gaslaternen erhalten werden. Denn: Um LED-Lampen zu produzieren, sei ein Energie- und finanzieller Aufwand zu leisten. Weiter stellte Sökefeld die Frage in den Raum: "Wohin mit den alten Lampen, werden sie ins Ausland exportiert?" Dem Kompromiss, wonach nur 4000 der rund 12.000 Gaslaternen stadtweit erhalten werden sollen, konnte er nichts abgewinnen. Der Stadtrat hatte am 10. Dezember diesen Kompromiss beschlossen.

Peter Rheinbay von der Gaslicht-Initiative "Licht und Schatten" nahm als Gastredner den Faden auf und versicherte: "Die Grabenkämpfe sind vorbei." Er erläuterte die Rechtslage und sprach von einem "großen" Kompromiss, den die Ampelkoalition des Rates beschlossen habe. "Mindestens 4000 Gaslaternen sollen bleiben." Die Verwaltung sei beauftragt, sich in Düsseldorf umzusehen und erhaltenswerte Bereiche festzulegen. Dabei sei auch bürgerschaftliches Engagement gefragt. "Vereine, Bürger und Stadtteilpolitiker sollen gehört werden und sich einbringen." Darunter versteht Rheinbay auch, sich an den Kosten zu beteiligen beziehungsweise zu spenden, um die Anlieger (Grundstücksbesitzer) zu entlasten. "Es kann durchaus sein, dass sie mit 1000 Euro oder auch mehr belastet werden können." Denn etwa 50 Prozent der Umrüstung könnte auf die Bürger umgelegt werden. Es werde aber darüber nachgedacht, wie das zu umgehen sei. Rheinbay versicherte, dass vorerst keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Er plädierte für eine Teststrecke mit unterschiedlichen Lampen-Modellen, damit sich die Bürger ein Bild machen können, wie die einzelnen Typen aussehen und wirken. Georg Schumacher, der sich sehr für den Erhalt der Alt-Düsseldorfer Leuchten einsetzt, war ebenfalls Gast der gutbesuchten Veranstaltung. Er wies noch einmal auf das "weltweit einmalige Gaslaternennetz Düsseldorfs" hin. "Es markiert eine erhaltenswerte Technikgeschichte." Schumacher, der bereits in einigen Stadtteilen, wie auch in Oberkassel, Rundgänge durch die beleuchten Straßen organisiert hat, kündigte den nächsten "Gas-Spaziergang" an. Einen Termin wolle er rechtzeitig bekannt geben.

Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau, war ebenfalls als Gastredner geladen, um das Projekt "RKM 740" auf den ehemaligen Flächen des Dominikus-Krankenhauses an der Pariser Straße vorzustellen. Er stellte sich der Kritik, dass viele Bürger unzufrieden sind mit der grünlichen Fassadenfarbe des Gebäudes, das schon als "Kaugummihaus" bezeichnet wird. Hummelsbeck verteidigte den etwas düsteren Farbton und sagte: "Wir haben einen robusten Anstrich gewählt, weil die Pariser Straße sehr verkehrsreich ist." Eine weiße Fassade wäre durch den Autoverkehr alsbald schmutzig und unansehnlich. Hummelsbeck sprach aber auch von der Wertschätzung, die das Wohnprojekt erfahre. Denn von den 120 Wohnungen für Singles, Familien und Rollstuhlfahrer werden 50 öffentlich gefördert. "Für uns nicht ungewöhnlich, denn wir sind ein kirchliches Wohnungsbauunternehmen." Damit das auch finanziert werden könne, werden 45 Einheiten als Eigentumswohnungen verkauft. "Allerdings müssen sich die ersten Bewohner darauf einstellen, noch etwa zwei Jahre mit einer Baustelle im Umfeld leben zu müssen." Andere Investoren seien im Zeitverzug. So soll mit dem Bau des Hochhauses (Wohnturm und Ärztehaus) ab Herbst begonnen werden.

Peter Wienß, Oberkasseler Diakonieleiter, erläuterte das Konzept für zwei Wohngemeinschaften und eine Tagespflege im RKM 740. Die Räume dafür mietet die Diakonie von der Rheinwohnungsbau. Künftig finden dort Personen mit Demenz ein neues Zuhause. "Unser Ziel ist es, die Menschen nicht stationär, sondern ambulant zu versorgen." Für die Koordination sei Silke Jeromi verantwortlich. "Die Tagespflege für Senioren nimmt am 1. Juli den Betrieb auf. Geöffnet ist sie dann von 10 bis 18 Uhr."

Das Thema "Verkehr" wurde auch diesmal nicht ausgespart. Wieder stand der Handweiser im Fokus. Sökefeld: "Wir werden gegen die unhaltbaren Zustände dort demonstrieren." Es werde darüber nachgedacht, den Handweiser an einem Freitagnachmittag zu blockieren, um endlich mehr Aufmerksamkeit für das Anliegen zu bekommen. Denn Verkehre könnten gesteuert werden, wie das Beispiel Holland zeige. Auch die Beschilderung sei katastrophal. Positiv sei, dass dort endlich Schadstoffmessungen vorgenommen werden.

Quelle: RP
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