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Heerdt
Heerdter Karnevalsverein kürt seine erste Prinzessin

Heerdt. Die erste Sitzung des jüngsten Düsseldorfer Vereins war "mehr eine Party" und ein gelungener Versuch. Von Nicole Esch

Girlanden und Luftballons in den Vereinsfarben schwarz und weiß schmücken den Saal des Studios 245 in Heerdt. Der junge Karnevalsverein "HKV" feiert seine erste "Fassnacht". So bittet Präsident Lothar Gläser bei seinen Gästen auch um Milde. "Wenn etwas nicht klappt, seht es uns nach. Wir sind nagelneu im Geschäft und haben so was noch nie gemacht."

Diesmal wird nur mit Sponsoren und Mitgliedern anderer Vereine gefeiert. "Wir wussten ja noch nicht, was auf uns zukommt", erklärt Gläser. "Das ist auch mehr eine Party als eine Sitzung. Wir wollen erst mal Kontakte knüpfen". Seinen Unterstützern ist der Verein besonders dankbar. "Renate und Willi von der Kaffeebude haben heute Schnitzel und Frikadellen gesponsert. Das ist toll", sagt der Präsident.

Überhaupt ist alles eher rustikal und familiär. Zusammen mit Elferratspräsident Thomas Schmied führt Gläser gut gelaunt durch das Programm, Erziehungsmaßnahmen inbegriffen. Selbst Prinzessin Petra wird ermahnt, doch mal still zu sein und zuzuhören. Die Musik macht Entertainer und Vereinsmitglied Hans Speit. Von Pänz in de Bütt kommt der erste Showpunkt: Die zwölfjährige Annika begeistert mit ihrer Büttenrede über Pubertät und Schule, in der sie vor allem ihren Vater auf die Schippe nimmt "Der Papa nimmt das mit Humor", beruhigt die junge Büttenrednerin.

Höhepunkt des Abends ist die Kürung der Prinzessin Petra 1. und ihres Prinzgemahls Frank Otremba. Petra Speck im schlichten schwarzen Kleid mit weißer Stola und jeckem Schiffchen auf dem Kopf will auf keinen Fall singen oder tanzen. Stattdessen hat das Paar ein Gedicht vorbereitet. Mit viel Witz berichtet die Beamtin darin, wie die Hoheiten an ihren neuen "Job" gekommen sind. Die endgültige Entscheidung, wer von beiden das närrische Oberhaupt sein soll, wurde bei einem Fahrradrennen ermittelt. "Wer die Steigung in Mettmann als erster oben war, durfte entscheiden", erzählt Otremba. Er sei als Sieger hervorgegangen - und habe für seine Freundin gern auf den Titel verzichtet, erzählte er. Im Rosenmontagswagen der KG Jecke Puppeköpp fährt er aber auch mit - die lud das Prinzenpaar spontan ein.

Kleine Fehler bei der Rede nimmt das Publikum mit Humor - als "verkehrte Gäste" lassen sich die Besucher gerne anreden. Die lockere Stimmung kommt auch bei Martina Stoldt an. "Ich habe das Gefühl, die veräppeln sich hier selber", sagt die 47-Jährige. "Das ist viel netter als die große Sitzung, in der ich voriges Jahr war." Auch Ellen Räder, Mitglied der KG Blau Weiss Büderich hat Spaß. "Die sind noch nicht so voreingenommen, Regeln sind hier nicht so wichtig", findet sie. "Hoffentlich bleiben sie so." Der Abend ist ein gelungener erster Versuch. Auf die nächsten "Fassnächte" darf man gespannt sein.

Quelle: RP
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